Familie

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Familie besteht aus Eltern (Frau und Mann) und Kindern, sowie Verwandtschaftsverhältnissen. Die Kinder können dabei geplant sein (Kinderwunsch), in der Aufzucht oder aus dem Haus. Die Familie ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern besteht vermutlich schon so lange es Menschen gibt[1]

Inhaltsverzeichnis

Gewaltenteilung zwischen Familiengemeinschaft und Staat

Zitat: «Der Staat bekämpft das klassische Patriarchat nicht deshalb mit allen Mitteln, weil er Frauen und Kindern etwas Gutes tun will, sondern um sich des dadurch entstehenden Machtvakuums selbst zu bemächtigen.
In jeder Gesellschaft müssen die drei Zivilebenen Individuum, Familie und Staat ihre Kompetenzen gegeneinander abgrenzen und zu einem Gleichgewicht finden. (...) Die moderne westliche Gesellschaft kennt nun beinahe nur noch die staatliche Struktur, der das einzelne Individuum gegenübersteht. Schrittweise Änderungen der Rechtsordnung haben die faktische Bedeutung der Familienebene immer mehr geschwächt und ihrer Vitalität beraubt. (...) Hauptsächlich totalitäre Staaten haben den Familienzusammenhalt zielgerichtet geschwächt, weil eine atomisierte Masse, die der natürlichen sozialen Strukturen entkleidet ist, leichter zu beherrschen ist. Auch Demokratien erliegen im Wettbewerb um die Loyalität des Einzelnen - der zwischen Staat und Familie immer ausgetragen wird - leicht der Versuchung, die Familie zu schwächen und ihre Verantwortung zu beschneiden, um die staatliche Einflusssphäre auszudehnen. (...) Wo der familiäre Verantwortungsrahmen durch veränderte gesellschaftliche Verhältnisse schrumpft, wird in aller Regel der Staat das entstehende Machtvakuum ausfüllen. Der starke, gesunde Oikos (Haus- und Wirtschaftsgemeinschaft) ist das Schreckensbild jedes Diktators. Nur Individuen sind leicht und ohne die Gefahr größeren Widerstandes zu beherrschen. (...)
Das Patriarchat ist eines der Lieblingsfeindbilder der Moderne, aber keine patriarchalische Struktur hat je soviel Schaden anrichten können wie die neuzeitlichen Symbiosen aus Individualismus und starkem Staat, schon allein deshalb, weil der Einflussbereich eines jeden Patriarchen enge natürliche Grenzen hat. Und selbst die demokratische Gewaltenteilung, welche die schlimmsten Wucherungen staatlicher Totalität beschränken soll, ist bei weitem nicht so effektiv wie die natürliche Gewaltenteilung durch die Stärkung der mittleren, der familiären Gesellschaftsebene. Strenggenommen ist diese vielbeschworene Gewaltenteilung nur noch Augenwischerei: Denn die Teilung der Macht zwischen Legislative, Exekutive und Judikative ist nur eine Aufteilung der Macht zwischen verschiedenen staatlichen Organen. Der Staat teilt sich also seine Macht mit sich selbst.»
 - Geiers Notizen[2]

Von der bäuerlichen Großfamilie zur proletarischen Kleinfamilie

Zur Zeit der Aufklärung entwickelte sich, eine Festlegung der Rollen von Mann und Frau. Dabei kam dem Mann an erster Stelle die Rolle des Berufsmenschen und der Frau die der fürsorgenden Hausweib und Mutter zu. Diese Polarisierung der Geschlechtscharaktere verfestigte sich im 19. Jahrhundert in der Phase des Biedermeier. Die Bedeutung der Kleinfamilie wuchs.

Das Phänomen der Kleinfamilie ist mit der Industrialisierung in Europa verbunden. Die Kleinfamilie entstand mit der Auflösung der traditionellen, an Landbesitz oder Erbpacht gebundenen Familien- und Versorgungsgemeinschaften vor allem in städtischen und industriellen Bereichen. Landarbeiter verließen wegen der sich ausbreitenden Armut die herkömmlichen Familiensysteme, um Arbeit in den wachsenden Manufakturen und Fabriken zu finden. Der geringe Lohn und die kleinen Wohnungen, die um solche Industrieansiedlungen herum entstanden, reichten kaum zum Leben - selbst für eine kleine Familie. Trotz der Verbesserung der Lebenslage für Lohnarbeiter mit dem Fortschritt der Industrialisierung blieben die Wohn- und Lebensbedingungen in den Arbeitervierteln auf die Kleinfamilie, bei mehreren Kindern sehr beengt, zugeschnitten.

Zitate zu Familie

  • "Familie ist, wo Kinder sind." - Dieser Leitspruch ist seit 1998 für die Familienpolitik der Bundesregierung maßgeblich.
  • "Familie ist, wenn alle aus einem Kühlschrank essen" - Ursula Schmidt, SPD-Gesundheitsministerin[3]
  • "Man vergaß [...] auch auf gleiche Pflichten im Erwerb zu bestehen, als man 1975 den Satz "Der Mann ist das Haupt der Familie" aus dem ABGB entfernte." - Robert Boder in der Wiener Zeitung[4]
  • "Demokratie darf nicht soweit gehen, dass in der Familie darüber abgestimmt wird, wer der Vater ist." - Willy Brandt, Siehe auch: Wikiquote
  • "Im Prinzip muss sich der Staat aus der Familie heraushalten. Überall, wo das mit den besten Absichten versucht wurde, führte es zu einem Desaster." - Wolfgang Bergmann
  • "Das individualistische Gleichheitsprinzip zerstört das Gemeinwesen, das ausweislich der Menschenrechtserklärung der Ehen und Familien bedarf." - Karl Albrecht Schachtschneider, in: "Rechtsproblem Familie", Seite 38; Siehe auch: Wikiquote

Literatur

  • Karl Albrecht Schachtschneider: Rechtsproblem Familie - HTML - PDF
  • Udo Di Fabio: Der Schutz von Ehe und Familie: Eine Wertentscheidung für die vitale Gesellschaft - HTML - PDF
  • Joachim Wiesner: Vom Rechtsstaat zum Faustrechts-Staat: Eine empirische Studie zur sozialethischen und ordnungspolitischen Bedeutung des Scheidungs-, Scheidungsfolgen- und Sorgerechts. Oder: Über die staatlich verursachte Paralyse von Rechtshandeln und Rechtsbewußtsein in der Bundesrepublik Deutschland, 1985 - HTML - HTML
  • Die verratene Familie. Politik ohne Zukunft. Sankt Ulrich Verlag 2007, ISBN 3-86744025-5 [5]
  • Wassilios Fthenakis: Die Familie nach der Familie. Wissen und Hilfen bei Elterntrennung und neuen Beziehungen., Verlag C.H.Beck 2008, ISBN 3-406-56669-3

Einzelnachweise

  1. Der Mord an einer Familie in einem jungsteinzeitlichen Dorf gibt Aufschluss über Bestattungsbräuche und Familienverständnis vor 4600 Jahren
  2. Geiers Notizen: Flaschenpost aus dem "Volksheim", 14. Januar 2011; Nachlegt: Causa Hüls, 25. Juni 2011
  3. Leserbriefe: Rote Familienpolitik, Die Welt am 2. März 2008
  4. Gastkommentar von Robert Boder (Angestellten-Betriebsrat bei Rewe): Alleinerzieherinnen: Geißel Kind, Geisel Kind?, Wiener Zeitung am 31. Juli 2009
  5. Buchvorstellung: "Die verratene Familie" - Jürgen Liminskis Streitschrift gegen eine "Politik ohne Zukunft"

Weblinks

Siehe auch

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