Vaterlosigkeit

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Inhaltsverzeichnis

Krawall in Tottenham

Der amerikanische Historiker Gary North nennt als Ursachen für die Randale in England unter anderem den "vom Staat subventionierten kompletten Zusammenbruch der Familien" und "junge Männer ohne Wurzeln und ohne Väter zuhause".[1]

Jugendbetreuer Clasford Stirling:

"Wir sehen im Leben junger Männer die gewaltigen Folgen des Mangels an männlichen Vorbildern."

Stirling beschreibt das Ausmaß der Familienzerstörung und dem Fehlen männlicher Erziehung:

  • 59 Prozent der afrokaribischen Kinder wachsen in Tottenham bei alleinstehenden Müttern auf.
  • Die Eltern sind meist nicht verheiratet.
  • Die Kinder werden beim Gelegenheitssex gezeugt.
  • Der Vater ist nicht präsent, Anwesenheit wird von ihm auch nicht erwartet.
  • Großfamilien-Netzwerke, die ersatzweise einspringen könnten, gibt es nicht.
  • An den Grundschulen Tottenhams findet man praktisch keinen männlichen Lehrer.[1]

Vaterlosigkeit und Demontage der Gesellschaft

Zitat: «Alexander Mitscherlich warnte vor der "vaterlosen Gesellschaft". In ihr gebe es keinen Zusammenhalt mehr, da jeder um sein eigenes Überleben ringe - für Moral und Zurückhaltung sei kein Raum mehr, wolle man nicht selbst untergehen. Die Menschen handeln nicht mehr aus eigenem Vermögen, sie re-agieren nur noch auf die Zumutungen der gesichtslosen Gesellschaft. Daß hierbei die Grundlage des friedlichen Zusammenlebens zerstört wird, ist die wahre Tragik der Demontage echter Autoritäten. Funktionierende Gesellschaften pflegen einen fairen Austausch materieller und immaterieller Güter und achten das Eigentum. Die Bilanz von Geben und Nehmen prägt auch die Verhältnisse der intimen Atmosphäre einer Familie. Wo die Vermögensbuchhaltung durch Eingriffe von außen gestört wird, erodieren Verantwortungs- und Mitgefühl der Gruppenmitglieder. Damit wird das Ende des fruchtbaren Miteinanders eingeläutet, das Gegeneinander beginnt. Niemand betreibt das mit Absicht, im Gegenteil: jeder leidet darunter.» - Karin Pfeifer-Stolz[2]

Risiken

Aus vaterlosen Familien stammen laut empirischen Untersuchungen in den USA[3]...

  • 63% der jugendlichen Selbstmörder,
  • 71% der schwangeren Teenager,
  • 90% aller Ausreißer und obdachlosen Kinder
  • 70% der Jugendlichen in staatlichen Einrichtungen
  • 85% aller jugendlichen Häftlinge
  • 71% aller Schulabbrecher
  • 75% aller Heranwachsenden in Drogenentzugszentren

Matthias Matussek stellt fest:[4] Kinder, die ohne Väter aufwachsen, sind

  • 5mal mehr gefährdet, Selbstmord zu begehen
  • 32mal mehr gefährdet, von zu Hause wegzulaufen
  • 14mal mehr gefährdet, Vergewaltigung zu begehen
  • 9mal mehr gefährdet, frühzeitig aus der Schule auszusteigen
  • 10mal mehr gefährdet, Drogen zu nehmen
  • 9mal mehr gefährdet, in einer Erziehungsanstalt zu landen
  • 20mal mehr gefährdet, sich im Gefängnis wiederzufinden
  • 33mal mehr gefährdet, ernstlich körperlich mißhandelt zu werden
  • 73mal mehr gefährdet, Opfer tödlichen Mißbrauchs zu sein.

Weiterführende Information

Filmdokumentation

  • "Söhne ohne Väter - vom Verlust der Kriegsgeneration", Dokumentarfilm von Andreas Fischer, Deutschland 2007, 80 Minuten. Erstausstrahlung: 20. Mai 2007, 3sat

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Robert Grözinger: Eskalation der Gewalt in England: Heißsporne aus Tottenham, ef-magazin am 26. August 2011
  2. Karin Pfeifer-Stolz: Des Zornes und der Empörung Wellen, Freie Welt am 26. Oktober 2011
  3. U.S. Bureau of the Census, U.S. GAO, U.S. DHHS, U.S. Dept of Justice
  4. Matthias Matussek: "Die vaterlose Gesellschaft", ISBN 3-86150-108-2, S. 111-125

Siehe auch

Weblinks

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