Totalitarismus

Aus WikiMANNia

Wechseln zu: Navigation, Suche

HauptseitePolitik → Totalitarismus


Totalitarismus bezeichnet in der Politikwissenschaft eine diktatorische Form von Herrschaft, die, im Unterschied zu einer autoritären Diktatur, in alle sozialen Verhältnisse hinein zu wirken strebt, oft verbunden mit dem Anspruch, einen "neuen Menschen" (Neuer Mann) gemäß einer bestimmten Ideologie zu formen. Während eine autoritäre Diktatur den Status quo aufrechtzuerhalten sucht, fordert eine totalitäre Diktatur von den Beherrschten eine äußerst aktive Beteiligung am Staatsleben sowie dessen Weiterentwicklung in eine Richtung, die durch die jeweilige Ideologie angewiesen wird.

Zitat: «Staatlich durchgesetzte Gleichheit mündet stets in Totalitarismus, da er auf einer fundamental falschen fixen Idee basiert, der kindischen Vorstellung nämlich, dass alle Menschen gleich seien.» - Jim Goad[1]

Als politisches Gegenmodell zum Totalitarismus gilt der demokratische Rechtsstaat mit der durch Grundrechte, Gewaltenteilung und Verfassung gewährleisteten Freiheit der Staatsbürger. Als totalitäre Ideologien können Kommunismus (internationaler Sozialismus, rot), Nationalsozialismus (braun) und Tittensozialismus (lila) gelten.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale von Totalitarismus

Der Heidelberger Mediziner Ronald Grossarth-Maticek beschäftigt sich seit vielen Jahren auch mit der Erforschung der totalitären Mentalität. Zu diesem Zweck hat er deutsche Alt- und Neonazis ebenso befragt wie Alt-Stalinisten oder KZ-Häftlinge in Ex-Jugoslawien.

Nach Kerners Talk-Show, die mit dem Hinauswurf der Buchautorin Eva Herman endete, spürte der Professor für Präventive Medizin und politische Psychologie am Europäischen Zentrum für Frieden und Entwicklung spontan das Verlangen, seine Methode auf diese Debatte anzuwenden.

Grossarth-Maticek und sein Team befragten 123 zufällig ausgewählte Personen, ob sie die Sendung gesehen und die öffentliche Diskussion um Herman verfolgt hatten. 61 bejahten – und beantworteten danach einen Fragebogen in Bezug auf den Umgang mit der Ex-"Miss Tagesschau". Folgende Aussagen mussten sie – anhand einer Intensitätsskala von 0 (trifft überhaupt nicht zu) bis 7 (trifft äußerst stark zu) – bewerten:

  1. Eine Person wird systematisch negativ dargestellt mit dem Ziel, sie sozial zu isolieren;
  2. Es wird jegliche Rechtfertigung, Verteidigung, Klarstellung des Angegriffenen blockiert;
  3. Jeder Versuch, die angegriffene Person zu verteidigen, wird durch Androhung von Strafe, etwa mit dem Ausschluss aus der Gemeinschaft der Gleichgesinnten, beantwortet;
  4. Es wird ein Zerrbild von der angegriffenen Person entworfen, das durch objektive Kriterien nicht haltbar ist;
  5. Es wird permanent der Versuch unternommen, gesellschaftliche Repräsentanten und Massenmedien gegen die angegriffene Person zu mobilisieren;
  6. Die Produktion von Zerrbildern dient der Stabilisierung der politischen Macht von Parteien und Gruppen.

Kerner und die Herman-Gegner erhielten eine durchschnittliche Note von 4,7. "Dies", so Grossarth-Maticek, "ist ein extrem hoher Wert, der knapp unter dem Durchschnitt von Altnazis liegt."

Herman selbst bekam dafür, wie sie ihre Widersacher behandelte, übrigens die Note 1,1 – was sogar noch besser ist als der Durchschnitt der Demokraten.[2]

Einzelnachweise

  1. Zitat der Woche 05/2012, Kokospalme am 30. Januar 2012; Quelle: Einhundert Millionen - Kleiner Tipp für die Diskussion mit Linken (in ef 119)
  2. TV-Eklat: Kerners NS-Koeffizient, Focus am 22. Oktober 2007

Siehe auch

Weblinks

Persönliche Werkzeuge