Demokratie

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Demokratie (griechisch Δημοκρατία, von δῆμος [dēmos], "Volk", und κρατία [kratía], "Herrschaft", vgl. -kratie) ist ein Staatssystem, in dem das Volk theoretisch selbst bestimmt, von wem es regiert wird. Wie sehr das der Realität entspricht, und wie gut es funktioniert, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Sicher gibt es noch immer viele Idealisten, die die Demokratie auch "exportieren" wollen; andere finden die Demokratie nicht perfekt, sehen aber keine Möglichkeit für ein besseres System; wieder andere wollen die Demokratie noch verbessert sehen; viele sind zynisch geworden und bezweifeln, ob die Demokratie überhaupt funktioniert.

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Staatsformenschema
nach Polybios[1]
Anzahl der
Herrscher
Gemeinwohl Eigennutz
Einer Monarchie Tyrannis
Einige Aristokratie Oligarchie
Alle Demokratie Ochlokratie


Inhaltsverzeichnis

Kritik

  • Modernen Demokratien wird auch kurzfristiges Denken vorgeworfen. So werden Entscheidungen meist nach 4 bis 5 Jahren bewertet (Ende der Legislaturperiode). Deshalb werden Entscheidungen, die sich anfänglich negativ auswirken und erst später Vorteile entfalten würden, meist nicht getroffen.
  • Häufig interessieren sich Wähler (allerdings von Land zu Land unterschiedlich stark ausgeprägt) wenig oder gar nicht für Politik und wissen auf vielen wichtigen Feldern nicht, wofür einzelne Parteien stehen.
  • Neuerdings wird Demokratie dafür kritisiert, zu wenig politische Stabilität aufzuweisen. Dies sei dadurch zu erklären, dass häufig wechselnde Regierungen den institutionellen und rechtlichen Rahmen schnell veränderten. Unter anderem soll sich dieser Umstand negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken, da ökonomische Investitionen einen kalkulierbaren politischen Rahmen bevorzugen. Dies fällt besonders auf in Staaten wie der Weimarer Republik, der dritten und vierten französischen Republik oder dem Italien der Nachkriegszeit, wo Regierungen sich oft nur wenige Monate hielten.
  • Keine Partei kann einen Wahlkampf ohne das nötige Geld gewinnen. Über Parteispenden haben Lobbyisten (s. u.) die Möglichkeit, starken Einfluss auf die Politik zu nehmen. Über die Medien kann die Wählerschaft beeinflusst werden - aber nur von denjenigen, die sich einen Medienapparat leisten können.
  • Politische Akteure überbieten sich im Wahlkampf häufig mit Versprechungen, um die Stimmen der Wählenden zu gewinnen. Überzogene Versprechungen können jedoch selten umgesetzt werden. Zusätzlich vermeiden es politische Akteure ihre Versprechungen zu korrigieren, da sie Verlust von Wählerstimmen befürchten. "Die Demokratie steht so immer in der Gefahr, sich selbst zu überfordern, die Bürgerinnen und Bürger zu enttäuschen und deshalb Vertrauen und Zustimmung zu verlieren." [2]
  • Aristoteles zählt die Demokratie zu einer der drei entarteten Verfassungen, in denen die Regierenden (hier also: das Volk) nur ihrem Eigennutz dienen. So beschreibt er die Demokratie als eine Herrschaft der vielen Freien und Armen zur Lasten der Tüchtigen und Wohlhabenden, da die ersteren aufgrund ihrer Mehrheit die Politik bestimmen.
  • Die Demokratie kann die Freiheit des Individuums unterdrücken, ähnlich wie in Diktaturen. Mehrheitsentscheidungen können zur Benachteiligung von Individuen führen, die nicht zu dieser Mehrheit gehören. Alexis de Tocqueville bezeichnete diese Problematik als "Diktatur der Mehrheit".
  • Mancur Olson (1965) benennt die Tendenz in der Demokratie von handlungsfähigen, gut organisierten Interessengruppen zur politischen Einflussnahme (besonders sogenannter "privilegierter Gruppen" von geringer Größe und mit Sonderinteressen wie z. B. Frauenbeauftragte, Stahlproduzenten oder Pilotengewerkschaften), die sich daraus ergibt, was Einzelne bereit sind dafür oder dagegen einzusetzen. Unternehmen lenken Ressourcen von ihrem produktiven Gebrauch in Lobbyarbeit um, um Politische Renten zu erhalten.
  • Die Parteien, denen nur ein kleiner Teil der Wähler angehört, entscheiden praktisch alleine, welche Politiker ins Parlament gelangen, ohne Einfluss der übrigen Wähler.
  • Bei den Wahlen kann es zu Wahlbetrug kommen. Auch können regierende Parteien unliebsame Wähler unter Vorwänden von der Wahl ausschließen; oder speziell in Ländern mit einem Mehrheitswahlsystem die Wahlkreise so zurechtschneiden, dass es für sie am güngstigsten ist (Gerrymandering), usw.
  • In Mehrheitswahlsystemen und Proportionalsystemen mit hoher Sperrklausel gehen viele Stimmen verloren, und kleine Parteien haben praktisch keine Chance, sich durchzusetzen. Mathematiker kritisieren, dass kaum ein Wahlsystem wirklich "gerecht" ist (im Sinne von: Jede Stimme zählt gleich viel, keine geht verloren)
  • Wählerinnen und Wähler, die zu inkompetent sind, um über Politik zu urteilen (z. B. wenn es darum geht, welches das beste Steuersystem ist), sich aber wegen des Dunning-Kruger-Effekts für kompetent genug halten.[3]

Prominente Kritiker der modernen Demokratie sind/waren Oswald Spengler, Hans-Hermann Hoppe, Immanuel Kant und H.L. Mencken.

Geschichte

Antike

Die frühesten bekannten Demokratien gab es in den antiken griechischen Stadtstaaten, wie Athen. Dort war das Wahlrecht allerdings auf freie männliche Staatsbürger beschränkt. Oft durften auch nur Bürger ab einem gewissen Einkommen wählen. Außerdem gab es die Möglichkeit, durch ein "Scherbengericht" einen beliebigen Politiker oder anderen mächtigen Bürger für zehn Jahre aus der Stadt zu verbannen. Zuerst musste das Volk abstimmen, ob es im aktuellen Jahr ein Scherbengericht geben sollte; wenn dies der Fall war, wurde abgestimmt, und der Mann mit den meisten Gegenstimmen (wenn es über 6000 waren) musste die Stadt verlassen. Das Ende der griechischen Demokratie begann, als das demokratische Athen vom oligarchischen Sparta besiegt wurde (404 v. Chr.) Später unterwarf das monarchische Makedonien unter Alexander dem Großen die griechischen Staaten; im 3. Jahrhundert v. Chr. fielen die Kelten in das entvölkerte Griechenland ein; am Ende eroberten die Römer Griechenland und machten es zu einer Provinz.

Auch in der Römischen Republik gab es eine Art von Demokratie. Die freien Bürger wählten die Magistrate, Inhaber verschiedener Ämter vom Konsul bis zum Quästor. Jedes Jahr fanden Wahlen statt, und Platz der Abstimmung war immer Rom - auch als sich das Reich schon stark ausgedehnt hatte. Jedes Amt war von mindestens zwei Politikern besetzt, die alle Entscheidungen zusammen treffen mussten. Gegen Ende der Republik wuchs die Ungleichheit immer mehr; arme Bürger schlossen sich populistischen Bewegungen an, und die ersten Gewaltherrscher traten auf. Der jährliche Wahlkampf kostete immer mehr Geld, und oft wurden Wähler schlicht und einfach gekauft. Viele Politiker waren korrupt und beuteten die römischen Provinzen aus - auch um ihre eigenen Schulden zu bezahlen. Gegen Ende der Republik waren die meisten Menschen bereits so frustriert von der Demokratie, dass sich die meisten nicht mehr an den Wahlen beteiligten. Nach einem Jahrhundert voller Krisen und Bürgerkrieg (133-31 v. Chr.) übernahm Oktavian, der Neffe Julius Cäsars, die Macht und wurde erster Kaiser. Man beachte aber, dass er die meisten Strukturen der Republik künstlich am Leben hielt, um dem Volk vorzugaukeln, seine Herrschaft wäre keine Monarchie.

Viele Theorien aus der Antike über die Demokratie (z. B. von Aristoteles) werden noch heute gerne gelesen und vertreten.

In Westeuropa

Obwohl oft behauptet wird, dass die westeuropäische Demokratie in der Tradition der griechischen und römischen Republiken steht, ist dies falsch. Vielmehr stellt sie die unmittelbare Nachfolge der Volksversammlungen dar (bei den alten Germanen Thing oder Ding genannt). Mit der Zeit wurde diese jedoch von der Macht der Könige und Adligen verdrängt. Nur in wenigen Gebieten erhielt sich die Demokratie, z. B. in der Schweiz, in Teilen von Skandinavien und in den Stadtrepubliken in Deutschland (Freie Reichsstädte) und Italien (Venedig, Genua, anfangs Florenz). Letztere waren allerdings mehr aristokratisch als demokratisch.

Ein Sonderfall war das englische Parlament: Im Bürgerkrieg des 17. Jahrhunderts erlangte das Parlament mehr Rechte, und nach der "Glorreichen Revolution" von 1688 bestätigte der neue König William III. dem Parlament Immunität, Entscheidungsgewalt über den Etat und Recht auf Zusammentretung ohne Aufforderung. Damit war England bereits vor der Französischen Revolution eine Demokratie, wenn auch sehr wenige Männer das Wahlrecht hatten. Bereits damals gab es Parteien ("Whigs" und "Tories") und Abgeordnete, die Bestechungen annahmen. Auch die Niederlande wurden 1648 endgültig als unabhängige Republik anerkannt.

Während der "Aufklärung" gewann die Idee der Demokratie (und Republik) immer mehr Anhänger, auch unter Adligen und Geistlichen. Jean-Jacques Rousseau veröffentlichte seine Idee vom Gesellschaftsvertrag und forderte eine Regierung, in der Herrscher und Beherrschte identisch sind - eine radikale Demokratie also. Nach dem Vorspiel der Amerikanischen Revolution (1776 Erklärung der Unabhängigkeit) kam es schließlich 1789 zur Französischen Revolution. Etwa zu dieser Zeit traten auch die ersten Feministinnen auf, wie Olympe de Gouges.

Die Demokratie war mit großen Hoffnungen begrüßt worden, entwickelte sich aber zuerst zu einem radikalen Terrorstaat unter Robespierre, und nach seiner Hinrichtung zu der weitgehend inkompetenten und korrupten Direktoriumsherrschaft, bis der General Napoleon Bonaparte die Macht an sich riss. In den Französischen Revolutionskriegen verbreiteten sich die neuen Ideen über ganz Europa, aber nach Napoleons Sturz wurden sie durch die Reaktionspolitik unterdrückt. Wieder bildeten nur wenige Staaten eine Ausnahme.

Im 19. Jahrhundert kämpften die Liberalen (pro Verfassung, Republik, Demokratie, allgemeines Wahlrecht) gegen die Konservativen. Im Großen und Ganzen schien es, dass die Zukunft den Liberalen gehören würde, trotz Rückschlägen wie der gescheiterten Revolution von 1848 in Deutschland und anderen Staaten, oder der Machtergreifung des neuen Kaisers Napoleon III. in Frankreich, der viele neue Maßnahmen anwandte, um die Demokraten zu unterdrücken. Gleichzeitig entwickelte sich aber eine neue Bewegung, der die Liberalen/Demokraten nicht weit genug gingen: Der Sozialismus/Kommunismus.

Nach dem Ersten Weltkrieg fiel die Monarchie in Deutschland, Österreich-Ungarn und Russland, wobei sich letzteres zur kommunistischen Sowjetunion entwickelte. In vielen Staaten wurden Demokratie und allgemeines Wahlrecht (auch für Frauen) eingeführt. Die Bedrohung durch den Kommunismus, wirtschaftliche Probleme speziell seit der Weltwirtschaftkrise 1929 und inkompetente demokratische Regierungen führten zur Entwicklung einer neuen Bewegung, dem Faschismus/Nationalsozialismus, der in Italien, Deutschland und anderen Staaten die Macht übernahm. Im Zweiten Weltkrieg schien die Demokratie in Europa wieder auf der Kippe zu stehen, bis sich die Lage wendete und Hitler besiegt wurde - um den Preis, dass halb Europa kommunistisch wurde.

Nach dem Ende des Kalten Krieges kam die Demokratie nach Russland und Osteuropa, und auch viele Diktaturen (z. B. in Lateinamerika, Ostasien) demokratisierten sich. Damals kam die Theorie vom "Ende der Geschichte" auf, nach der nichts mehr einer Ausbreitung der liberalen, kapitalistischen Demokratie über die ganze Welt im Weg stand. Der Arabische Frühling (2010/11) schien in die gleiche Richtung zu gehen. Die endgültige Entwicklung steht noch nicht fest.

Die Theorie

Vorbemerkung: Alle Arten der Demokratie, die im folgenden vorgestellt werden, spielen nur in der Theorie eine Rolle. In der Praxis kommt es in der Politik auf andere Dinge an: Wer echte Macht hat, wer wessen Anhänger ist, wer wen kaufen oder anders beeinflussen kann, wer wie gute Beziehungen zu wem hat.

  • Repräsentative und radikale Demokratie: In der ursprünglichen Demokratie, die in kleinen, überschaubaren Gemeinschaften entstand, stimmten alle Wähler gemeinsam über alle Themen ab. Auch Rousseau befürwortete diese Art der Demokratie. In der Praxis sind die meisten Demokratien allerdings repräsentativ - das Volk wählt ein Parlament von Volksvertretern, die alle wichtigen Entscheidungen treffen. Und auch die Abgeordneten sind nicht alle gleich: Durch Fraktionszwang und andere Maßnahmen der Fraktionsführung können die Parteiführer sicherstellen, dass sie das Sagen haben. Manche Staaten, speziell die Schweiz, erlauben Plebiszite, die aber auch an Voraussetzungen geknüpft sind (z. B. gefordertes Minimum an Abstimmenden).
  • Präsidiale und "Kanzlerdemokratie": In den meisten Demokratien sind Staatsoberhaupt und Regierungschef voneinander getrennt, aber manche wie die USA stellen eine Ausnahme dar. In manchen Staaten ist das Oberhaupt (bei dem es sich auch um einen Monarchen handeln kann) rein repräsentativ, und die Macht liegt beim Kanzler oder Premierminister; in anderen wie Frankreich hat der Präsident eine starke Stellung und kann z. B. den Regierungschef entlassen, neue Wahlen ansetzen usw.
  • Eingeschränkte Demokratie: Nach der heute üblichen Definition sind Wahlen nur dann demokratisch, wenn sie allgemein, frei, gleich, unmittelbar und geheim sind. Auch dort, wo es freie Wahlen gibt, müssen nicht alle anderen Kriterien zutreffen: In vielen Demokratien waren oder sind Frauen, Geringverdienende, Ausländer, Minderjährige oder andere Gruppen (z. B. Soldaten) nicht wahlberechtigt. Im preußischen Dreiklassenwahlrecht zählte die Stimme eines reichen Steuerzahlers mehr als die eines Armen. Der US-Präsident wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern von Wahlmännern. In vielen direkten Demokratien ist die Abstimmung öffentlich.
  • Demokratie nur dem Namen nach: Viele Staaten nennen sich demokratisch, obwohl jeder weiß, dass die Macht bei einem Diktator oder einer Staatspartei liegt. Bekanntestes Beispiel: Die sogenannten "Volksdemokratien" im kommunistischen Ostblock.
  • Eine relativ neue Idee ist "Liquid Democracy", bei der jeder Wähler entweder selbst abstimmen kann oder seine Stimme einem Delegierten überträgt, was der Wähler aber jederzeit ändern kann. Der Wähler kann auch entscheiden, dem Delegierten nur das Stimmrecht für bestimmte Bereiche zu übertragen. Um dies in die Praxis umzusetzen, ist e-Voting mit entsprechender Software (Adhocracy) notwendig. Die Piratenpartei verwendet dieses System.

Demokratie, Herrschaft und Bürokratie

"Herrschaft der Bürokratie! (...) Gefährlich für die Demokratie sind nicht 300 randalierende Jugendliche, die ihre erzieherisch angelegte neurotische Insuffizienz kollektiv durch Wiederbeleben der nazistischen Gigantomanie ausagieren, sondern die schleichende Machtergreifung der Bürokratie."[4]

Prof. Dr. Erwin Scheuch: "Kritik wird von der politischen Klasse, die sich als Obrigkeit versteht, nicht mehr ernst genommen."

"Die produktive Leistungselite kann sich mit den existentiellen Anliegen 'lebensfähiger Systeme' nicht mehr innerhalb der bürokratischen Verkrustungen in den politischen Parteien artikulieren."

Prof. Dr. Stefan Delikostopoulos: "Es ist die allgemeine Feststellung angebracht, dass der Bürokrat und das ihn charakterisierende Verhalten eine Art Gegenbild darstellen zu dem, was man sich unter einem Demokraten vorstellt. Die Erfahrung zeigt, dass das bürokratische Verhalten eine eigentümliche Enge und Starre aufweist, die - angetrieben von einem Herrschaftsehrgeiz der Funktionäre - zu einer Verkalkung des Verwaltungssystems führt. Der Bürokrat versteift sich gegenüber jeder Kritik, welche die Bürger durch ihr Suchen nach neuen und besseren Lösungen üben. Er verbarrikadiert sich hinter formellen Entscheidungskompetenzen, lässt weitere Problematisierungen nicht zu und versucht, die Bürger von der Teilnahme an der politischen Willensbildung und Entscheidungsfindung fernzuhalten ... Der Verwaltungsapparat ist dazu ausersehen, durch das System der rechtsstaatlichen Ordnung gerade diese bürgerlichen Freiheiten zu ermöglichen und zu sichern. Statt diese Freiheit Wirklichkeit werden zu lassen ... hat die bürokratische Verwaltung zu einer 'immer komplexeren Welt' geführt, in der häufig die bürokratische Herrschaftsform dem angeblich freien Bürger in faktischer und echter Omnipotenz gegenüber steht und ihn in gewisser Weise zum Untertan absolutistischer Zeiten degradiert ... Bürokratismus (ist) ... in erster Linie ein Produkt des Missbrauchs von Rechtsformen und der rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten ... Die Beamten erscheinen in dieser Betrachtung als die Drohnen im Bienenstock, als die wahren Herren im Staat."[5]

Demokratie und Gewaltenteilung

Zitat: «Auch Demokratien erliegen im Wettbewerb um die Loyalität des Einzelnen - der zwischen Staat und Familie immer ausgetragen wird - leicht der Versuchung, die Familie zu schwächen und ihre Verantwortung zu beschneiden, um die staatliche Einflusssphäre auszudehnen. (...) Wo der familiäre Verantwortungsrahmen durch veränderte gesellschaftliche Verhältnisse schrumpft, wird in aller Regel der Staat das entstehende Machtvakuum ausfüllen. (...)
Und selbst die demokratische Gewaltenteilung, welche die schlimmsten Wucherungen staatlicher Totalität beschränken soll, ist bei weitem nicht so effektiv wie die natürliche Gewaltenteilung durch die Stärkung der mittleren, der familiären Gesellschaftsebene. Strenggenommen ist diese vielbeschworene Gewaltenteilung nur noch Augenwischerei: Denn die Teilung der Macht zwischen Legislative, Exekutive und Judikative ist nur eine Aufteilung der Macht zwischen verschiedenen staatlichen Organen. Der Staat teilt sich also seine Macht mit sich selbst.»
 - Geiers Notizen[6]

Zitate

Zitat: «Demokratie könnte so schön sein, wenn das Volk nur nicht immer dabei stören würde. In der real existierenden Bundesrepublik Deutschland der Euro- und Banken-Retter leben Wahlvolk und politische Klasse in Paralleluniversen nebeneinander her - die einen inszenieren formaldemokratische Entscheidungsprozesse als absurdes Theater, die anderen lassen sie teilnahmslos an sich vorüberrauschen.»[7]
Zitat: «Ich war einmal so naiv zu glauben, innerhalb des Systems und im Landesvorstand einer Kleinpartei den populistisch-kriminellen Machenschaften der Großparteien etwas entgegensetzen zu können. Ich habe dann umgehend gelernt, dass es den Funktionären solcher Kleinparteien um nichts anderes geht, als in die Macht- und Versorgungsposition der Funktionäre der Großparteien zu kommen. [...] mit der steuerfinanzierten Parteienwirtschaft ist eine Rückkehr in eine selbstbestimmte Zivilgesellschaft unmöglich. Menschen, die berufstätig sind, Kinder großziehen und den täglichen Anforderungen standhalten müssen, haben auch kaum die Muße, den Weltverbesserungsprojekten Partei-Intellektueller hinterherzulaufen.»[8]
Zitat: «Politik machen Interessenverbände, die die Fäden ziehen, an denen politische Hampelmänner hängen, die uns dann auf der Berliner Puppenkiste Demokratie vorspielen dürfen. Diese Politfiguren dürfen in den öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten bei den Klofrauen Christiansen[9] und Illner ihre Sprechblasen entleeren. Und wenn sie da ihre intellektuelle Notdurft verrichtet haben und es tröpfelt nach, dann können sie sich bei Beckmann und Kerner an der emotionalen Pissrinne auch noch unter's Volk mischen.» - Georg Schramm[10]
Zitat: «Leider haben die wenigen, die überhaupt politisches Interesse besitzen, noch lange keine politische Kompetenz. Beginnend besonders mit der naiv-primitiven Demokraten-Vorstellung, dass es in der Weltgeschichte auch nur eine Sekunde lang eine Rolle gespielt hätte, was die Masse glaubte, wollte oder grunzte.» - DvB[11]
Zitat: «Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen - abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.» - Winston Churchill
Zitat: «Was ist der Unterschied zwischen Aristokratie und Demokratie?
In der Demokratie darf ich mir den Arsch aussuchen, den ich putzen muss. Als Schmankerl darf ich noch das Klopapier wählen.»
 - Rainer[12]
Zitat: «Es geht hier um den Staat und seine Legitimation. Diese hat er nur durch die Mündigen (die Freien, die Freisassen), nicht durch die Unmündige (den Plebs, die Sklaven) bekommen. Letztere haben darauf keinerlei Anrecht.» - DvB[13]
Zitat: «So wie die Scholastik im Mittelalter Gottesbeweise ersann, sollte die Politikwissenschaft allmählich über Demokratiebeweise nachdenken. Dass in regelmäßigen Abständen Menschen zur Wahl gehen, beweist jedenfalls die Existenz einer Demokratie so wenig wie die Tatsache, dass Menschen zum Gottesdienst gehen, die Existenz Gottes.» - Michael Klonovsky[14]
Zitat: «Das Wort "Demokratie" ist ein schweres Rauschmittel. Es verhindert das Lernen, vernebelt den Verstand, verwirrt das Denken, erzeugt Wahnbilder - und macht schließlich schläfrig und apathisch. Die heutigen Demokratie-Junkies würden Sokrates wieder ermorden.» - Roland Baader[15]
Hauptartikel: Demokratie (Zitate)

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Verfassungskreislauf
  2. Hans Vorländer, 2004, Informationen zur politischen Bildung (Heft 284)
  3. People Aren't Smart Enough for Democracy to Flourish, Scientists Say, 28. Februar 2012
  4. Dr. Jan Lalik, Arzt für Neurochirurgie: Menschenrechtsverletzungen und staatliche Kindesmißhandlung in der Bundesrepublik Deutschland, Abschnitt: "Das deutsche Phänomen"
  5. Stefan Delikostopoulos: Freiheit und Bürokratie; in: Würzburger Studien zur Soziologie; Bd. 7, Würzburg 1982, S. 212, 214
  6. Geiers Notizen: Flaschenpost aus dem "Volksheim", 14. Januar 2011; Nachlegt: Causa Hüls, 25. Juni 2011
  7. Michael Paulwitz: Demokratie schafft sich ab, Junge Freiheit am 15. Oktober 2011
  8. Roland Woldag: Parteien: Misteln im Baum der Sozialordnung, ef-magazin am 31. August 2011
  9. Seitdem Sabine Christiansen 2007 aufgehört hat, nun Anne Will. Schramms bissiger Kommentar dazu: "Es ändert sich ja nichts, nur die Klofrauen werden gelegentlich ausgetauscht."
  10. Georg Schramm bei der Verabschiedung von Dieter Hildebrandt aus dem Scheibenwischer - ARD (2. Oktober 2003)
  11. WGvdL-Forum: DvB am 24. März 2012 - 07:45 Uhr
  12. WGvdL-Forum: Scheinwelten, Rainer am 7. November 2011 - 00:09 Uhr
  13. WGvdL-Forum: Dieser Staat duldet Eigenverantwortung gar nicht!, DvB am 1. Juli 2011 - 15:51 Uhr
  14. Michael Klonovsky - Allerlei, Seite 1
  15. Andreas Tögel: Demokratie: Freiheit ist Unfreiheit, ef-magazin am 15. Mai 2012

Siehe auch

Weblinks

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