Quotenfrau
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Der Begriff Quotenfrau bezeichnet Frauen, die aufgrund einer bestehenden Quotenregelung gewählt bzw. eingestellt werden. Der Begriff ist negativ besetzt, da er impliziert, dass die Frau einen Posten nur wegen der Quote, nicht wegen ihrer Qualifikation erhalten hat. Oft ist dieser Vorwurf allerdings gerechtfertigt.
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Kontroverse
Die Verpflichtung zu Frauenquoten ist Gegenstand einer kontroversen Diskussion. Diskutiert werden unter anderem folgende Aspekte:
Quote und Gerechtigkeit
Befürworter einer Frauenquote begründen diese primär mit dem Argument, die niedrige Repräsentanz von Frauen in dem betreffenden Amt oder Mandat sei eine Folge der Diskriminierung, die durch die Quote gemildert oder aufgehoben würde. Gegner sehen im Gegenteil in der Frauenquote eine Diskriminierung der Männer. Dieser Punkt wird noch verstärkt, wenn die angestrebte Frauenquote höher liegt, als der Frauenanteil in der Grundgesamtheit. So strebt die CDU mit ihrer Frauenquorum einen Frauenanteil von 33% an. Der Frauenanteil unter den Parteimitgliedern liegt aber nur bei 25,4%.
Quote und Qualifikation
Ein zentraler Diskussionspunkt ist der Konflikt der Forderung nach der Auswahl von Personal ausschließlich nach der Qualifikation oder nach zusätzlichen Kriterien (wie im Falle der Frauenquote das Geschlecht). Hier spielt einerseits wiederum die Frage nach Gerechtigkeit eine Rolle, andererseits wird die Sorge geäußert, die Leistungsfähigkeit des Gremiums oder des Amtes könne leiden, wenn (formal) niedriger qualifizierte Bewerberinnen aufgrund der Quote (formal) höher qualifizierten Männern vorgezogen würden.
Quote und Demokratieprinzip
Frauenquoten bei Wahlen (innerhalb der Parteien oder bei den allgemeinen Wahlen) stehen im Konflikt mit dem Wahlrechtsgrundsatz der gleichen Wahl, da Frauen eine höhere Erfolgschance haben als Männer (was ja auch der Zweck der Frauenquote ist).
Auch das Wahlrechtsprinzip der allgemeinen Wahl kann verletzt sein, wenn die Frauenquote dazu führt, dass bestimmte Ämter oder Mandate für Männer nicht mehr erreichbar sind. Ein Beispiel (aus einer Quotenregelung nach Religionszugehörigkeit) liefert der Libanon. Dort muss das Staatsoberhaupt maronitischer Christ, der Regierungschef sunnitischer Muslim usw. sein.
Quote und Vertragsfreiheit/Eigentumsrecht
Sofern Frauenquoten per Gesetz auch für private Organisationen eingeführt werden, stellt dies eine Einschränkung der Vertragsfreiheit und des Eigentumsrechtes dar. Beispielsweise besteht für Aufsichtsräte in Norwegen eine Frauenquote. Damit ist es potentiell einem Unternehmenseigentümer verwehrt, einen männlichen Aufsichtsrat seines Vertrauens zu bestimmen. Diese Einschränkung ist jedoch deutlich milder verglichen mit der Verpflichtung des deutschen Mitbestimmungsrechtes, dass Aufsichtsratsmitglieder durch die Belegschaft und Gewerkschaften bestimmt werden.
Quote als Religion
Die Politik will Gleichheit - auch für die Geschlechter. Doch es fehlen Beweise für den unternehmerischen Effekt der Quote. Sie ist Glaubenssache. In Großbritannien hat die "Equality and Human Rights Commission" 2007 mit einer Umfrage zum Thema Diskriminierung belegt, dass Männer und Frauen gleichermaßen angeben, Diskriminierung erlebt zu haben. Nichtsdestoweniger ist die Kampagne für "Geschlechtergleichheit" zur Dauereinrichtung geworden, ein neuer Typus säkularer Religion in Europa. Niemand wagt es, das Anliegen der "Gleichheit" in Frage zu stellen.[1]
Konkurrierende Quotenregelungen
Neben Frauenquoten bestehen in einer Reihe von Ländern noch andere Quotenregelungen zu Gunsten benachteiligter Gruppen. Beispiele sind die Maßnahmen der Affirmative Action in den Vereinigten Staaten zur Unterstützung der nichtweißen Bevölkerungsteile oder die Quoten im öffentlichen Dienst Indiens für niedrige Kasten. Bei gleichzeitiger Nutzung einer Frauenquote entstehen konkurrierende Quotenregelungen, die durch Prioritätsregelungen aufgelöst werden müssen.
Quotenfrauen
In einem Interview mit Arne Hoffmann gibt René Kuhn tiefe Einblicke in die Rolle von Lila Pudeln, Biedermännern und Quotenfrauen in der Politik.[2]
Zitat: «Quotenfrauen haben ihren Job nicht wegen ihrer Leistungsfähigkeit, sondern nur wegen des richtigen weiblichen Geschlechts. Insofern wäre es inkonsequent, Quotenfrauen wegen fehlender oder schlechter Leistungen zu feuern.»[3]
Einzelnachweise
- ↑ Warum der Effekt der Quote nicht belegbar ist, Die Welt am 17. Februar 2011
- ↑ Interview: "Linksradikale und SVP wollen dasselbe Tabu erhalten. Feminismuskritiker René Kuhn über seinen Rauswurf bei der Schweizer Volkspartei.", ef-magazin am 22. Dezember 2010
- ↑ MANNdat-Forum: Wolfgang A. Gogolin am 15. November 2011 - 14:07 Uhr
Weblinks
- 12. Rang ergab am 18.1.2011 die Google-Suche nach "Quotenfrau" für diesen Artikel.
- "Wer will schon die Quotenfrau sein?" Katrin Poleschner ist 26 und in der CSU. Von einer Frauenquote hält die stellvertretende JU-Vorsitzende gar nichts.
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Silvana Koch-Mehrin als typische Quotenfrau
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FDP-Quotenfrau beim Parteitag 2011
