Backlash

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Als Backlash (dt. "Gegenbewegung") bezeichnet man oft in den USA 1) Bestrebungen, die gegen als fortschrittlich erachtete Entwicklungen (speziell den Feminismus) gerichtet sind oder auch 2) die Rückkehr konservativer Wertvorstellungen, sowie die Einflussgewinnung von dahingehend orientierten Kräften. Ein Begriff, mit dem sich die Feministinnen selbst entlarven, da er zugibt, dass sie den ersten Schlag ausgeführt haben und die "Backlasher" sich nur selbst verteidigen. Auch der maskulistischen Bewegung wurde von vielen Seiten Backlash vorgeworfen. Selbst alte Feministinnen wie Germaine Greer wurden manchmal beschuldigt, Teil des Backlash zu sein.

Inhaltsverzeichnis

Anzeichen

Anfang der 1980er Jahre manifestierte sich eine von ihren Gegnern als "Conservative Backlash" bezeichnete Bewegung durch das Erstarken der Neo-Konservativen oder der Neuen Rechten. Zeichen dafür war die Wahl von Jimmy Carter (tiefgläubiger evangelikaler Christ) und später Ronald Reagan mit seiner Politik des radikalen Antikommunismus, amerikanischen Nationalismus, Verkleinerung des Sozialstaats und Bekämpfung der Kriminalität, was der Linken ein Dorn im Auge sein musste. Als markante Backlash-Strategie wird von einigen seiner Gegner die "anti-Politische Korrektheits-(PC)"-Kampagne zu Beginn der 1990er Jahre betrachtet. Aber bereits früher, während der 1970er Jahre, hatte sich Ernüchterung bei den Frauen über den Feminismus eingestellt, und Feministinnen bemerkten, dass sich die Mehrheit der Frauen nicht mehr als Feministinnen bezeichnete.

Gründe

  • Viele Frauen waren nicht zu Unrecht von der Radikalität gerade der prominentesten Feministinnen (z.B. Andrea Dworkin) abgeschreckt
  • Viele Frauen sahen die sogenannte Frauenbewegung (ebenfalls nicht zu Unrecht) als von Lesben dominiert an
  • Viele Frauen sahen es nicht unbedingt als Verbesserung an, wie die Männer arbeiten und Geld verdienen zu müssen, im Vergleich zu einem sorglosen Leben als Hausfrau und Ehefrau
  • Viele Frauen hatten ein Problem mit der uneingeschränkten Befürwortung der Abtreibung, die Feministinnen vertraten

Das Buch

Die Feministin Susan Faludi schrieb ein Buch zu dem Thema. Darin beklagte sie u.a. folgende Punkte:

  • Anti-Abtreibungs-Proteste
  • Das Argument der biologischen Uhr, mit dem Frauen Angst gemacht würde (als ob es nicht stimmen würde)
  • Antifeministische Rollenmodelle in den Medien (sind Frauen so schwach, dass sie sich von rein fiktiven Figuren beeinflussen lassen?)
  • Der sogenannte Schönheitswahn
  • Die zunehmende Häufigkeit von Essstörungen (Magersucht, Bulimie)
  • Weiterhin kritisierte Faludi auch den neuen Maskulismus und sogar die Altfeministin Betty Friedan.

Sie schuf mit ihrem Buch über eine angebliche konservative Gegenbewegung zum Feminismus ein Schlagwort, mit dem seitdem jegliche feminismuskritische Äußerung abgestempelt wird: "Das ist doch nur Backlash!"

Rezeption

Bettina Röhl:

"Faludis Buch war ein schneller und ziemlich humorloser Schnellschuss gegen das Anti-Feminismus-Buch "Mythos Männermacht" von Warren Farrell (erstes männliches Mitglied im Vorstand von NOW, der größten feministischen Organisation der USA), in dem der ursprüngliche Muster-Feminist Farrell sich von seinen Schwestern in der amerikanischen Frauenbewegung abwendete und erstmalig lautstark das neue Thema der Unterdrückung des Mannes aufgemacht hatte." [1]

Die politische Philosophin Jean Bethke Elshtain bezeichnete es als paranoid und antipolitisch.[2]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Sex-Mythen des Feminismus, Cicero am 7. April 2005
  2. The Feminist as Paranoid, Rezension zu Faludis Backlash, First Things 8/1992

Weblinks

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