Maskulismus
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Der Maskulismus und mit ihr die Männerbewegung wehren sich gegen sämtliche Formen der Diskriminierung des Mannes in der Gesellschaft. Sei dies vor der Justiz, bei der Wehrpflicht, im Bildungswesen oder bei der einseitigen Geschlechterpolitik.
In neuerer Zeit werden sich Männer ihrem wahren Status in dieser Gesellschaft bewusst und lassen es nicht mehr zu, dass alles Männliche von vornherein als minderwertig und defizitär dargestellt beziehungsweise lächerlich gemacht wird.
Als frühes Werk des Maskulismus kann die Veröffentlichung "The Fraud of Feminism" (deutsch: "Der Schwindel des Feminismus") von Ernest Belfort Bax aus dem Jahre 1913 gelten.[1] Im angelsächsischen Raum ist das Buch "The Myth of Male Power" (deutsch: "Mythos Männermacht") von Warren Farrell aus dem Jahr 1993[2], im deutschsprachigen Raum die Publikationen von Arne Hoffmann[3] und Michail A. Xenos[4] und von Martin van Creveld "Das bevorzugte Geschlecht" zu nennen.
Zitat: «Das Ausmass der Rechte einer Person an das Ausmass abgeleisteter Pflichten zu binden, ist ein wesentlicher Gedanke im maskulistischen Verständnis von Gleichberechtigung.» - Manifold[5]
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Abgrenzung
Der Maskulismus in der neueren Männerbewegung distanziert sich von früheren so genannten Männerbewegungen darin, dass sie den etablierten politischen Feminismus zum Objekt ihrer Kritik macht, und nicht ein vermeintliches Patriarchat oder die Männlichkeit an sich. Im Maskulismus verschmelzen so Männerrechtsbewegung und Feminismuskritik.
Der Zusatz "maskulistisch" grenzt also den Begriff der Männer- oder Männerrechtsbewegung ein und erweitert ihn zugleich. Er grenzt ihn von den Männerrechtsbewegungen ab, die das Männliche mittels ideologisch legitimierter Ansprüche und Methoden (Gender-Theorien) einem neuen geschlechtsneutralen Menschenentwurf anpassen wollen. Er erweitert ihn in der Hinsicht, dass Männerkriminalisierung, -entrechtung und -benachteiligung als unweigerliche Folgen der Durchsetzung feministischer Vorgaben anzusehen sind, sobald die vom Feminismus geforderte Gleichstellung der Geschlechter nicht nur vor dem Gesetz gelten, sondern, wie es in der heutigen Geschlechterpolitik intendiert wird, auf allen Lebensgebieten und individuellen Biographien von Männern und Frauen Ergebnisse erzielen soll.
Zitat: «Das Wort Maskulismus ist eine Erfindung des Feminismus, um die extrem unterschiedlichen Gegenströmungen zusammenfassend als Feind benennen zu können. Alte militärische Regel: Der Feind muss klar benannt werden.»[6]
Kontroverse
Skeptiker machten folgende Einwände geltend:
- Maskulismus sei als Begriff ungeeignet, weil das Wort durch seine Endung "-ismus" eine Ideologie suggeriert. Dieser Einwand, der viele Skeptiker bewegte, obwohl er lediglich auf einer naiven Silbenassoziation beruht, schöpft sicher seine Gewichtung aus den traurigen Erfahrungen mit Ideologien des vergangenen Jahrhunderts. Dass diese allerdings ihre verheerende Wirkungskraft aus ihrer letzten Silbe bezogen, kann nur als ein leicht scherzhafter Zusammenhang im Volkstümlich-Sprichwörtlichen verstanden sein und sollte nicht zum allgemeinen Prinzip erhoben werden, zumal genügend Wörter mit "-ismus" enden, ohne etwas mit Ideologie zu tun zu haben. Zudem dürfte klar sein, dass eine kollektiv vertretene Absicht niemals vermeiden könnte, mit einem Wort belegt zu werden, das die strittige Silbe an seinem Ende trägt. Und schließlich ist es den "–ismus"-Kritikern nie gelungen, eine maskulistische Ideologie aufzuzeigen.
- Maskulismus sei als wörtliches Analogon zum Feminismus auch ein inhaltliches und somit ebenso destruktiv wie der letztere, wenn auch mit umgekehrtem Vorzeichen. Diese Kritik verwechselt nicht nur Analogie mit Gleichheit. Sie verkennt auch rigoros die Gründe, warum der Maskulismus inhaltlich und vom Wesen her nicht analog zum Feminismus sein und agieren kann. Diese Gründe sind folgende:
Der Maskulismus hegt kein angespanntes Verhältnis zu der Geschichte der Menschheit, die laut Feminismus falsch gelaufen sein soll, was nun korrigiert werden müsse. So setzt der Maskulismus die Gesellschaft nicht fragwürdigen Experimenten aus, die Schäden verursachen könnten, wie die des Feminismus auf diversen Gebieten getan haben.
Der Maskulismus sieht im anderen Geschlecht keinen Gegner und kein Feindbild, und er entzweit so die Bevölkerung nicht in ein Opfer- und ein Tätergeschlecht, was alle un-ethischen Implikationen mit sich brachte, gegen die sich der Maskulismus jetzt wendet.
Der Maskulismus will nicht, wie der Feminismus, die Geschlechter zu "Neuen Menschen" umerziehen, und er birgt somit auch kein ideologisches Explosivmaterial im orwellschen Sinn.
Der Maskulismus sieht die Entwicklungen in den Gesellschaften trotz aller Turbulenzen vergangener Jahrzehnte in nachvollziehbarer Kontinuität des historischen Prozesses; auch die Entwicklungen, die eine neue Positionierung von Mann und Frau mit sich brachten. Und sie sollten sich weiter in diesem Sinn entfalten - ohne ideologisch angeordnete gesellschaftspolitische Interventionen.
Trivia
Manifold war mit seinem Aufsatz "Maskulismus - Eine Reinspiration" in seinem Blog "Die Söhne von Perseus" inspirierend für diesen Artikel, welcher der erste in WikiMANNia ist.[7]
Literatur
- Warren Farrell: Warum Männer so sind, wie Sie sind, Goldmann Wilhelm GmbH 1991, ISBN 3-442-11700-3
- Warren Farrell: Mythos Männermacht, Zweitausendeins 1995, ISBN 3-86150-108-2
- Warren Farrell: Women Can't Hear What Men Don't Say, Tarcher 2000, ISBN 1-58542061-1
- Warren Farrell: Why Men Earn More, AMACOM 2005, ISBN 0-81447210-9
- Warren Farrell: Does Feminism Discriminate Against Men?, Oxford University Press 2007, ISBN 0-19531283-X
- Arne Hoffmann: Sind Frauen bessere Menschen?, Schwarzkopf & Schwarzkopf 2001, ISBN 3-89602-382-9
- Arne Hoffmann: Männerbeben, Lichtschlag 2007, ISBN 3-939562-03-3
- Arne Hoffmann: Rettet unsere Söhne, Piper 2009, ISBN 3-86612-227-6
- Wolfgang Gogolin: Der Puppenkasper, Books on Demand Gmbh, 2004, ISBN 3-8334-0946-0
- Wolfgang Gogolin: Eintritt frei für Männer, 2008, ISBN 3-9810113-4-1
- Walter Hollstein: Was vom Manne übrig blieb, Aufbau-Verlag 2008, ISBN 3-351-02659-5
- Michail A. Xenos: Medusa schenkt man keine Rosen, Manuscriptum 2007, ISBN 3-937801-21-9
- Martin van Creveld: Das bevorzugte Geschlecht, Murmann Verlag 2003, ISBN 3-932425-52-9
- Astrid von Friesen: Schuld sind immer die anderen, Ellert & Richter, 2006, ISBN 3-8319-0256-9
- Beate Kricheldorf: Verantwortung: Nein danke, R. G. Fischer Verlag 2006, ISBN 3-89501-617-9
- Christina Hoff Sommers: The War Against Boys, Simon & Schuster 2000, ISBN 0-68484956-9
- Paul-Hermann Gruner: Frauen und Kinder zuerst - Denkblockade Feminismus, Rowohlt 2000, ISBN 3-499-60946-0
- Paul-Hermann Gruner, Eckhard Kuhla: Befreiungsbewegung für Männer, Sachbuch Psychosozial 2009, ISBN 3-8379-2003-8
- Ernest Belfort Bax: The Fraud of Feminism (deutsch: "Der Schwindel des Feminismus"), Riverside Press 1913
Einzelnachweise
- ↑ E. Belfort Bax: The Fraud of Feminism, bei Marxists.org
- ↑ Warren Farrell: The Myth of Male Power, Simon & Schuster, Inc. 1993, ISBN 0-671-79349-7
- ↑ Genderama
- ↑ Krischan Lehmann: Kleine Männchen?, in: GQ-Magazin, 25. Juli 2007
- ↑ WGvdL-Forum: Das Problem ist der Feminismus, Manifold am 31. März 2012 - 14:46 Uhr, WGvdL-Forum: Gleichwertigkeit, Gleichberechtigung, Gleichverpflichtung und Gleichbehandlung im Maskulismus, Manifold am 19. März 2012 - 14:01 Uhr
- ↑ WGvdL-Forum: Rainer am 13. Dezember 2010 - 10:29 Uhr
- ↑ Die Söhne von Perseus: Maskulismus - Eine Reinspiration, 8. Januar 2009
Weblinks
- 2. Rang ergab am 6.2.2012 die Google-Suche nach "Maskulismus" für diesen Artikel.
- Die Söhne von Perseus, sonsofperseus.blogspot.com
- Der Maskulismus, 16. Februar 2011
- Maskulismus - Eine Reinspiration, 8. Januar 2009
- Braucht der Maskulismus die Zustimmung der Frauen?, 11. April 2009
- Kritik am Maskulismus, 30. April 2009
- Die Strategie des Maskulismus, 19. September 2009
- "Es heisst Maskulinismus, nicht Maskulismus!", 24. Oktober 2009
- Ist der Maskulinismus ein Feminismus mit umgekehrtem Vorzeichen?, 11. Juli 2010
- Der Maskulist - Sammlung maskulistischer Aufsätze, maskulist.de
- Genderama - Blog von Arne Hoffmann, genderama.blogspot.com
- Wie uns Isolde Aigner beinahe die Männerbewegung erklärte, 29. November 2010
- Streit mit Maskulisten, GayWest am 10. Juli 2011
- MANNdat e. V. - Initiative gegen Diskriminierung und Benachteiligung von Männern und Jungen, manndat.de
- FemokratieBlog - Aktuelles Recht, aktuelle Politik - Bundesrepublik gegen Deutschland, femokratie.com
- AntiFe Die Seite rund um antifeministische Aktionen
- AntiFe-Blog Antifeminismus-Blog
- Krischan Lehmann: Kleine Männchen?, GQ.com
- Das Parlament: Ausgabe 46, 2004: Männer in der Gesellschaft
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Maskulismus (5. Januar 2009) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Wikipedia-Artikel steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |
