Gunnar Heinsohn
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Gunnar Heinsohn (* 21. November 1943 in Gotenhafen, heute Gdynia) ist ein deutscher Hochschullehrer, Soziologe und Ökonom.
Heinsohn studierte an der Freien Universität Berlin Soziologie, Psychologie, Geschichte, Publizistik, Wirtschaftslehre und Theologie. 1974 promovierte er in Soziologie und 1982 in Wirtschaftswissenschaften. Dazwischen lebte er von 1976 bis 1978 in Israel. 1984 erhielt Heinsohn eine Professur für Sozialpädagogik an der Universität Bremen. Seit 1993 ist er Sprecher des von ihm gegründeten und so benannten Instituts für vergleichende Völkermordforschung (Raphael-Lemkin-Institut für Xenophobie- und Genozid-Forschung).
Heinsohn hat zu Problemen der Demographie und in jüngerer Zeit zum Phänomen des Youth Bulge (Jungmännerüberschuss) und zum "Erfundenen Mittelalter" gearbeitet. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Geschichte und Theorie der Zivilisation.
Inhaltsverzeichnis |
Ursachen der Revolten in England
- Es ist das Ergebnis einer sehr wohl gemeinten Sozialpolitik, die in England ihre extremste Ausprägung gefunden hat: junge, meist alleinerziehende Frauen, die wenig qualifiziert sind, nicht arbeiten, keine Steuern zahlen können - und für jedes Kind von den Mitbürgern versorgt werden.
- Sie wollen aber nicht sagen, alleinerziehende Mütter sind für die Krawalle verantwortlich?
- Nein, die Verantwortung liegt nicht bei den Müttern oder Jugendlichen, sondern beim System, das bestimmt, dass jedes Baby vom Bürger bezahlt wird. England hat die höchste Rate alleinerziehender Mütter, die von den Mitbürgern bezahlt werden.
- [...] Bisher hat sich diese sehr große Gruppe der alleinerziehenden Mütter - und an diese sind die perspektivlosen Jugendlichen ja gekoppelt - darauf verlassen können, Geld zu bekommen.[1]
Bibliographie (Auswahl)
- 1974 Theorie des Familienrechts: Geschlechtsrollenaufhebung, Kindesvernachlässigung, Geburtenrückgang, Frankfurt am Main, ISBN 3-518-10747-X
- 1975 Theorie des Kindergartens und der Spielpädagogik, Frankfurt am Main, ISBN 3-518-10809-3
- 1979 Menschenproduktion: allg. Bevölkerungstheorie d. Neuzeit, Frankfurt am Main, ISBN 3-518-10914-6, gemeinsam mit Rolf Knieper und Otto Steiger
- 1982 Das Kibbutz-Modell: Bestandsaufnahme e. alternativen Wirtschafts- u. Lebensform nach 7 Jahrzehnten, Frankfurt am Main, ISBN 3-518-10998-7
- 1984 Privateigentum, Patriarchat, Geldwirtschaft, Frankfurt am Main: Suhrkamp
- 1985 Die Vernichtung der weisen Frauen: Beiträge zur Theorie und Geschichte von Bevölkerung und Kindheit, Herbstein, ISBN 3-88880057-9 (2005 4., erweiterte Ausgabe mit einem ausführlichen, aktualisierten Nachwort zur erweiterten Neuausgabe, Erftstadt, ISBN 3-89996340-7)
- 1988 Was ist Antisemitismus? Der Ursprung von Monotheismus und Judenhaß, Frankfurt am Main: Eichborn, ISBN 3-82180418-1
- 1988 Die Sumerer gab es nicht: von d. Phantom-Imperien d. Lehrbücher zur wirklichen Epochenabfolge in d. "Zivilisationswiege" Südmesopotamien; Darst. d. Probleme u. Vorschläge für ihre Lösung in e. chronolog. Überblick, Frankfurt am Main, ISBN 3-82180411-4 / ISBN 3-82180410-6
- 1990 Wann lebten die Pharaonen?: Archäologische und technologische Grundlagen für eine Neuschreibung der Geschichte Ägyptens und der übrigen Welt, Frankfurt am Main, ISBN 382180422X (1999 3., korrigierte Auflage, Gräfelfing, ISBN 3928852205)
- 1991 Wie alt ist das Menschengeschlecht?: Stratigraphische Grundlegung der Paläoanthropologie und der Vorzeit, Gräfelfing, ISBN 3-92885225-6 (2003 4., korrigierte Auflage, Gräfelfing, ISBN 3-92885225-6)
- 1995 Warum Auschwitz?: Hitlers Plan und die Ratlosigkeit der Nachwelt, Reinbek bei Hamburg, ISBN 3-499-13626-0
- 1996 Eigentum, Zins und Geld: Ungelöste Rätsel der Wirtschaftswissenschaft, Reinbek bei Hamburg, ISBN 3-89518494-2 (2009 5. Auflage, Marburg ISBN 3-89518721-6)
- 1997 Die Erschaffung der Götter: das Opfer als Ursprung der Religion, Reinbek bei Hamburg, ISBN 3-498-02937-1
- 1998 Lexikon der Völkermorde, Reinbek bei Hamburg, ISBN 3-499-22338-4
- 2003 Söhne und Weltmacht: Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, Zürich, ISBN 3-28006008-7 (auch als kostenfreie PDF-Datei) erweiterte Auflage 2006
- 2006 Eigentumsökonomik, gemeinsam mit Otto Steiger, Marburg (metropolis) ISBN 3-89518534-5
Artikel
- "Stadtmusikant mit zahlreichen Instrumenten. Gespräch mit einem vielseitigen Denker, der nebenbei auch die Krise vorhersah.", ef-magazin, Nr. 118, S. 39f.
- Naika Foroutan und die Kunst des Zählens, FAZ am 9. September 2010, S. 32
- Kapital: Die demografische Kapitulation, Cicero am 22. Mai 2007
- Schuld an Kriegen sind die Mütter (Teil 2), Frankfurter Rundschau am 31. Januar 2007
Einzelnachweise
- ↑ "Das ist kein englisches Problem", Tagesanzeiger am 11. August 2011
Weblinks
- Wikipedia führt einen Artikel über Gunnar Heinsohn
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"Wir haben ein Qualitätsproblem, kein Integrationsproblem!", Teil 1, 2, 3 - Philosophisches Quartett (SPD) (?)
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"Halbzeit der Krise", Teil 1, 2, 3 - Philosophisches Quartett (SPD) (26. Oktober 2009)
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"Klima, Hunger und die Bombe - droht ein 3. Weltkrieg?", Teil 1, 2 - Nachtstudio (ZDF) (13. Dezember 2009)
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Spätrömische Dekadenz - Anne Will (ARD) (28. Februar 2010)
- Finis Germaniae? Reflexionen über demografische Ursachen von Revolutionen, Kriegen und politischen Niederlagen., Die Zeit
- Machen junge Männer Krieg?, in: Die Zeit am 26. Februar 2004, Nr. 10, S. 49
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Gunnar Heinsohn (31. Dezember 2010) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Wikipedia-Artikel steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |
