Frauen auf der Gorch Fock
Aus WikiMANNia
Hauptseite → Frau → Frauenbevorzugung → Frauen auf der Gorch Fock
Hauptseite → Staat → Bundeswehr → Frauen in der Bundeswehr → Frauen auf der Gorch Fock
Frauen auf der Gorch Fock bewegt die Gesellschaft und die Bundeswehr heftig, seitdem dort zwei Offiziersanwärterinnen ums Leben kamen.
In der Nacht zum 4. September 2008 stürzte eine 18 Jahre alte Offiziersanwärterin vor Norderney während ihrer Wache von Bord des Schiffes Gorch Fock und ertrank. Am 7. November 2010 stürzt während eines Hafenaufenthalts (sic!) im brasilianischen Salvador da Bahia eine 25jährige Offiziersanwärterin bei Kletterübungen aus der Takelage der Dreimastbark und verstarb. Daraufhin stellte der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die Zukunft der "Gorch Fock" infrage und entzog Kapitän Norbert Schatz bis auf weiteres das Kommando.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Doppelte Standards
- Am 1. April 1959 kam ein Oberleutnant z. S. ums Leben.[3]
- Auf der zwölften Ausbildungsreise stürzte am 9. Mai 1963 im Hafen von Puerto de la Luz, Las Palmas, Gran Canaria ein Obergefreiter aus dem Großmast.
- Am 17. September 1998 verunglückte ein Offizieranwärter auf See nordwestlich von Skagen durch einen Sturz von der Groß-Obermars an Backbordseite aus zwölf Metern Höhe tödlich.
- Im Mai 2002 starb ein 19jähriger Soldat auf See südöstlich von Island nach einem Sturz vom Großmast.[4]
Es ist nicht bekannt, dass nach den tödlichen Unfällen von männlichen Soldaten die Ausbildungsfahrten abgebrochen oder die damaligen Kapitäne abgesetzt wurden.
Dann kommt bei einer Hafenübung ein weiblicher Soldat zu Tode und alle Räder stehen still! Die Ausbildung wird abgebrochen, die Fahrt der Gorch Fock nicht fortgesetzt. Das ist die feministische gewollte und politisch durchgesetzte Gleichstellung von Männern mit Alphamädchen und Quotenfrauen.
Frauenquote und Frauenverantwortung
Der Tod der Kadettin Sarah Seele im Hafen von Salvador da Bahia auf der Gorch Fock hat die deutsche Nation bewegt. Das feministische Erklärungsmuster ist einfach: Männer sind schuld am Tod einer Frau. Verantwortlich gemacht werden männlichen Ausbilder, der Kapitän, das ganze patriarchale System. Die geforderte Untersuchung der Todesursachen bringt aber unerwartete Ergebnisse hervor. So hätte die tödlich verunfallte Kadettin überhaupt nicht zum Dienst auf dem Dreimaster zugelassen werden dürfen, weil sie mit ihren 158 Zentimetern Körpergröße zu klein und damit nicht borddienstverwendungsfähig war. Die Zentralen Dienstvorschriften 46/1 und 46/7 verlangen als eine Mindestgröße von 160 Zentimetern. Die Kadettin hatte zwar eine militärärztliche Ausnahmegenehmigung, allerdings für den Dienst auf der Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern", als Bordschreiberin unter Deck. Darüber hinaus sollen sich schon häufig Truppenärzte darüber beschwert haben, dass die Musterungsärzte in den Ämtern "Quote machen" und bis zu 15 Prozent der Neueinstellungen als tauglich mustern, die dann von ihnen bei Ankunft in den Einheiten sofort wieder wegen gravierender Gesundheitsfehler ausgemustert werden. Hier erweist sich die von Feministinnen so vehement geforderten Frauenquoten und Frauensonderbehandlungen als Boomerang. Die Blanko-Arbeitsschutzuntersuchung auf Höhenangst und Schwindelfreiheit,mit der Sarah Seele und ihre Kameraden auf die "Gorch Fock" geschickt wurden, soll zudem von einer Ärztin (sic!) des Betriebsärztlichen Dienstes Flensburg ausgestellt worden sein.[5] Die von feministischer Seite geforderte Frauenquote ist also die Ursache für die Probleme, die nun wieder Feministen beklagen.
Frauen senken Standards
Der Spiegel bezeichnete es als "erstaunlichen Rückfall in sexistische Denkmuster", weil ein Autor in einem Offiziersblatt der Marine die "Feminisierung" der Bundeswehr zu kritisieren wagte. Soldatinnen seien weniger leistungsfähig, schadeten dem Standard der Truppe - deshalb sei auch die Kadettin an Bord der "Gorch Fock" gestorben.[6]
Kritik ist aber offenbar nicht erwünscht. Die BILD-Zeitung bezeichnet es beispielsweise als "Verhöhnung einer toten Gorch Fock-Kadettin", wenn Erik Lehnert im MarineForum schreibt, die Bundeswehr sei ein "Experimentierfeld einer Gleichheitsideologie, mit allen Konsequenzen, ... zu denen nicht zuletzt der Tod der Kadettin auf dem Segelschulschiff 'Gorch Fock' im November 2010 gehört". Die Feminisierung der Bundeswehr wird dabei so beschrieben: "Frauen zwingen den männlichen Kameraden faktisch ihre eigenen physischen Beschränkungen auf, indem sie Standards senken und Forderungen nach Veränderungen stellen." Der Dienst beim Militär liege "jenseits der körperlichen Fähigkeiten der meisten Frauen". Die tote Kadettin sei daher "Opfer einer Ideologie, die aus vermeintlich guter Absicht die Konsequenzen der Gleichberechtigung verschwiegen hat".[7][8]
Unfälle
Jenny Böken
In der Nacht zum 4. September 2008 ging die 18 Jahre alte Offiziersanwärterin Jenny Böken vor Norderney während ihrer Wache über Bord und ertrank. Ihre Leiche wurde elf Tage später von einem Boot der Fischereiaufsicht 65 Seemeilen nordwestlich von Helgoland geborgen.[9] Als Unfallursache wurde Ausrutschen festgestellt.[10]
Nach Informationen der JUNGEN FREIHEIT wecken die militär-medizinischen Untersuchungen erhebliche Zweifel, ob Jenny Böken überhaupt für den Dienst auf der "Gorch Fock" geeignet war.
Zweifel an der körperlichen Tauglichkeit
Alles begann am 11. Dezember 2007 mit ihrer Untersuchung in der Offizierbewerberprüfzentrale (OPZ) im Kölner Personalamt der Bundeswehr. Damals wurde der jungen Frau bescheinigt, "für die Offizierslaufbahn gesundheitlich geeignet" zu sein, mit einem Tauglichkeitsgrad 2. Lediglich ihre Körpergröße von 1,77 Meter stand dem Tauglichkeitsgrad 1 entgegen. Dass Böken laut dem Attest ihres Gynäkologen unter einer verlängerten und verstärkten Regelblutung ("dysfunktionelle Blutungsstörung") litt, scheint für die untersuchende Medizinaloberrätin keine große Rolle gespielt zu haben. Zwei Tage vor ihrem Tod wird Böken beim Schiffsarzt der "Gorch Fock" über starke Schmerzen im Unterleib klagen.
Im Untersuchungsbogen heißt es zudem, Jenny Böken habe bisher unter keinerlei Erkrankungen an Magen, Darm oder Bauchorganen gelitten, dabei wurde sie 2001 wegen eines Blinddarmdurchbruchs operiert. In späteren Untersuchungen findet sich dieser Hinweis in den Kölner Papieren dagegen nicht. Eine Kreislauffunktionsüberprüfung verläuft "unauffällig". Lediglich bei der Untersuchung des autonomen Nervensystems, das Vitalfunktionen wie Atmung, Verdauung und Stoffwechsel regelt, wird bei ihr eine "leichte vegetative Labilität" festgestellt, allerdings ohne Konsequenzen. Ganz anders erscheint der Gesundheitszustand der Offiziersanwärterin im Sanitätsdienst ein halbes Jahr später bei ihrer truppenärztlichen Einstellungsuntersuchung in der Marine-Sanitätsstaffel in Mürwik. Ein Belastungs-EKG muss sie wegen Schwindelgefühlen abbrechen, eine Wiederholung "nach gutem Frühstück" wird angeordnet. Es wird eine "orthostatische Dysregulation verstärkt bei Nüchternheit" diagnostiziert. Wegen dieser Kreislaufstörung erhält sie die Gesundheitsziffer "III 46".
Psychische Labilität in Streßsituationen
Bei anderen Truppengattungen wie den Gebirgs- oder den Fallschirmjägern, die eine hohe körperliche Belastbarkeit sowie eine gewisse Höhentauglichkeit erfordern, wäre dies ein Ausschlußkriterium. Nicht aber bei der Marine, obwohl der für Offiziersanwärter verpflichtende Dienst auf der "Gorch Fock", insbesondere in der Takelage, genau das verlangt.
Jenny Böken erhält bei der Untersuchung Anfang Juli 2008 wegen ihrer vegetativen Labilität noch eine weitere einschränkende Gesundheitsziffer: Eine "III 12". Durch diese wäre sie bei korrekter Auslegung für die Ausbildung zum Sanitätsoffizier ungeeignet. Denn hinter der Bezeichnung verbirgt sich eine starke psychische oder körperliche Reaktionsform insbesondere in Streßsituationen. Doch auch dies bleibt ohne Konsequenz. Ungehindert kann sie ihre Grundausbildung beginnen – ohne großen Erfolg, wie ihre Beurteilung vom 14. August 2008 beweist, die der JF vorliegt. Darin heißt es unter anderem: "Frau Matrose San OA Böken hat sehr starke Probleme, den an sie gestellten Anforderungen und Erwartungen im psychischen sowie physischen Bereich gerecht zu werden." Mehrfach sei sie im theoretischen und praktischen Unterricht eingeschlafen und habe beim "Physical Fitness Test" das zweitschlechteste Ergebnis erreicht. Den Frühsport habe sie in den ersten drei Wochen beinahe täglich abgebrochen, ebenso einen Marsch über acht Kilometer. Dies stelle "nicht das gewünschte Bild der körperlichen Belastbarkeit eines Offiziersanwärters dar".
Eignung als Offizier "nicht erkennbar"
Doch die Soldatin gibt auch auf anderem Gebiet Anlass zur Kritik. Von "ungebührlichem Verhalten gegenüber Vorgesetzten" ist in der Beurteilung die Rede, von "Rumjammern" und einer "teils gereizten und besserwisserischen Art". Sie sei "zu keiner Zeit ein gut im Zug integriertes Mitglied" gewesen, eine Eignung zum Offizier "nicht erkennbar", lautet das Gesamturteil. Für jeden normalen Offiziersanwärter wäre nach einer solchen Beurteilung Schluss gewesen, nicht jedoch für Jenny Böken. Nur warum? Um eine politisch gewünschte Frauenquote zu erfüllen?
Ähnlich wie im Fall Sarah Seeles erweist es sich auch bei Jenny Böken als verhängnisvoll, dass niemand die Reißleine zieht. Zweifel an ihrer Einsatzfähigkeit sollen in einer Personalkonferenz in der OPZ zurückgewiesen worden sein. Zwei Wochen nach ihrer Beurteilung beginnt sie am 28. August 2008 ihre Ausbildungsfahrt auf der "Gorch Fock". Sechs Tage darauf, am 3. September gegen 23.45 Uhr, muss das Schiff ein "Mann über Bord"-Manöver einleiten. Ohne Erfolg. Zwölf Tage später entdeckt das Fischereiforschungsschiff "Walther Herwig III" 65 Seemeilen nordwestlich von Helgoland die Leiche von Jenny Böken.[11]
Sarah Lena Seele
Am 7. November 2010 stürzt während eines Hafenaufenthalts (sic!) im brasilianischen Salvador da Bahia die 25jährige Offiziersanwärterin Sarah Lena Seele bei Kletterübungen aus der Takelage und verstarb.[12][13]
Unklar blieb, warum die Kadettin überhaupt zum Dienst auf dem Dreimaster zugelassen wurde. Denn wären die entsprechenden Vorschriften der Bundeswehr eingehalten worden, hätte Sarah Seele wohl nie an Bord gehen dürfen. Sie war mit ihren 158 Zentimetern Körpergröße schlicht zu klein und damit nicht borddienstverwendungsfähig. Die Zentralen Dienstvorschriften 46/1 und 46/7 verlangen eine Mindestgröße von 160 Zentimetern für die Borddienstverwendungsfähigkeit. Zwar verfügte Seele laut der Staatsanwaltschaft Kiel über eine militärärztliche Ausnahmegenehmigung, diese hatte aber nach Informationen der JUNGEN FREIHEIT für die "Gorch Fock" keine Gültigkeit.
Die Ausnahmegenehmigung war ihr 2007 für den Dienst auf der Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern" erteilt worden, als Bordschreiberin unter Deck. Ausnahmegenehmigungen müssen schriftlich begründet werden und enthalten eine detaillierte Arbeitsplatzbeschreibung. Ändert sich die Verwendung des Soldaten, bedarf es einer neuen Untersuchung. Laut einer Weisung des Bundesamts für Wehrverwaltung von 2007, die der JF vorliegt, ist zudem "bei allen Personen, die eine unbefristete Ausnahmegenehmigung erhalten haben, dann eine Überprüfungsuntersuchung durchzuführen, wenn eine Auslandsverwendung im Soldatenstatus geplant ist". Dies wäre bei Sarah Seele spätestens 2009 der Fall gewesen, als sie auf der Fregatte "Karlsruhe" am Nato-Einsatz vor Somalia teilnahm. Zwar war sie auch dort unter Deck eingesetzt, diesmal allerdings bei einem Auslandseinsatz. Ob sie hierfür über die notwendige Ausnahmegenehmigung verfügte, ist fraglich, denn die Staatsanwaltschaft führt nur diejenige vom Juli 2007 an.
Spätestens als Seele in die Offizierslaufbahn wechselte, hätte ihre Ausnahmegenehmigung von den zuständigen Ärzten der Bundeswehr im Personalamt in Köln neu überprüft werden müssen, schließlich ist die Fahrt auf der "Gorch Fock" verpflichtender Bestandteil der Marine-Offiziersausbildung. Doch dies scheint nicht geschehen zu sein. Denn Seele hätte aufgrund ihrer Körpergröße nicht die für alle Offiziersanwärter der Marine erforderliche Borddienstverwendungsfähigkeit II erfüllt. Dennoch weist ihre Ausnahmegenehmigung keine Auflagen auf, nach denen Seele Arbeiten in der Takelage untersagt gewesen wären. Auch die Kadettin Jenny Böken, die 2008 auf der "Gorch Fock" unter ungeklärten Umständen über Bord ging und ertrank, wurde von den Ärzten in Köln tauglich geschrieben. Zufall?
Fakt ist, dass sich schon häufig Truppenärzte darüber beschwerten, dass die Musterungsärzte in den Ämtern "Quote machen" und bis zu 15 Prozent der Neueinstellungen als tauglich mustern, die dann von ihnen bei Ankunft in den Einheiten sofort wieder wegen gravierender Gesundheitsfehler ausgemustert werden. Mehrfach beklagten sich Musterungsärzte selbst darüber, dass ihnen seit 2007 die ärztliche Weiterbildung von der Verwaltung verwehrt wurde, so dass von ihnen niemand die Anforderungen der Ärztekammern an Fachärzte mehr erfüllt. Nicht auszuschließen, dass auch hier (Frauen-)"Quote gemacht" wurde, mit tödlicher Wirkung.
Hinzu kommt, dass Sarah Seele und ihre Kameraden offenbar mit einer Blanko-Arbeitsschutzuntersuchung auf Höhenangst und Schwindelfreiheit auf die "Gorch Fock" geschickt wurden. Das zumindest gaben die Kadetten vor der Untersuchungskommission an. Danach habe die zuständige Ärztin des Betriebsärztlichen Dienstes Flensburg den Soldaten die Bescheinigung ohne Untersuchungen ausgestellt. Aus der Marine ist zu hören, dass Soldatinnen häufiger unter Höhenangst litten als ihre Kameraden. Doch warum wurde Seele dann nicht gründlich auf Schwindelfreiheit untersucht? Weder die Staatsanwaltschaft noch die Marine äußerten sich hierzu bislang gegenüber der JF.
Was am 7. November 2010 zum Absturz Seeles aus 27 Metern Höhe führte, konnte auch die Staatsanwaltschaft nicht ermitteln. Fest steht nur, dass sie Schwierigkeiten beim Aufentern hatte. Die Kadetten waren bereits mehrfach in den Mast gestiegen. Vor einem weiteren Durchgang äußerte Seele gegenüber Kameraden, sie habe zuletzt mit einem "Kraftloch" zu kämpfen gehabt. Beim erneuten Aufentern wurde sie von einem Ausbilder zwischen Mars- und Bramsaling angewiesen, nicht weiter hochzuklettern, da ihm ihre Probleme aufgefallen waren. Doch Seele ignorierte die Anweisung und enterte bis zur Bramrah auf. Beim Niederentern über die Bramsaling lehnte sie Hilfe des dortigen Ausbilders ab. Gegen 10.27 Uhr verlor sie den Halt und stürzte aufs Deck.[14]
Gorch Fock
Das legendäre Segelschulschiff "Gorch Fock" ist das älteste Schiff der deutschen Marine, es gilt als Botschafterin Deutschlands auf den Weltmeeren. Gebaut wurde es auf der Hamburger Werft Blohm & Voss, im August 1958 lief es vom Stapel. Benannt ist das Schiff nach dem Schriftsteller Gorch Fock, der im Ersten Weltkrieg in einer Seeschlacht starb.
Die "Gorch Fock" ist 89 Meter lang und 12 Meter breit, der Tiefgang beträgt 5,25 Meter. Fock- und Großmast sind 45,30 Meter hoch, der Besanmast etwa 40 Meter. Eine Diesel-Antriebsanlage erlaubt eine Geschwindigkeit mit dem Motor von 12 Knoten (etwa 23 Kilometer in der Stunde). Die Höchstgeschwindigkeit unter Segeln liegt bei rund 17 Knoten, bei ihrem Rekord war sie 18,2 Knoten schnell. Die "Gorch Fock" untersteht der Marineschule Mürwik bei Flensburg, Heimathafen ist Kiel.
Norbert Schatz
Als Folge des Dramas um die Vorgänge auf der Gorch Fock wird es schwierig einen Nachfolger für den gefeuerten Kapitän zu finden.
Der Posten eines Kapitäns auf der Gorch Fock war früher hochbegehrt. Ständig war man in den Medien präsent, hatte die Gastgeberrolle bei glänzenden Gesellschaften auf dem eleganten Schiff und die Mädels bekamen glitzernde Augen. Nicht zuletzt war es ein Posten mit hohem Prestige, nicht zu vergleichen mit dem Kommando auf einem popeligen Zerstörer. Dazu kam, das er die DIE Leiterstufe zu einer weiteren erfolgreichen und sicheren Karriere in der Marine war.
Aber nun reiben sich Beobachter verwundert die Augen: Nachdem der glücklose Kapitän Norbert Schatz nun offiziell verzichtet hat, findet die Deutsche Marine keinen neuen Kapitän. Unglücklicherweise gibt es einige Anforderungen an den Posten: Der neue Kommantant muss bereits als Offizier in verantwortlicher Position auf dem Schulschiff gefahren sein. Außerdem muss er die Leistungsnachweise "Motor" und "Segel" erfüllt haben, das Kommandanten-Patent besitzen und mindestens Fregattenkapitän sein. Nur eine Handvoll Offiziere in der Deutschen Marine erfüllen diese Bedingungen und die drängen nicht gerade nach dem Posten: Unvergessen ist die Ablösung von Kapitän Schatz durch den damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und wie Schatz in Argentinien in Zivil von Bord gehen musste. Viele Offiziere sind schlichtweg sauer.
Mögliche Kandidaten müssen sich die Spekulation seiner Kollegen gefallen lassen, er habe den Posten mit dem eingebauten Schleudersitz nur deswegen bekommen, weil ihn sonst niemand haben wollte. Die Kandidaten sind sich bewusst, dass der neue Kapitän ständig kritisch von den Medien beobachtet werden wird: Fehler darf er sich keinesfalls erlauben.[15]
Niedergang des Militärs
Martin van Creveld scheint mit seiner These, im Vormarsch der Frauen gleichermaßen Symptom und Ursache für den Niedergang des Militärs zu sehen, Recht zu behalten. Der Tod eines einzigen weiblichen Offiziersanwärters war ausreichend, um die Gorch Fock stillzulegen. Mitglieder der Stammbesatzung des Segelschulschiffes setzen sich allerdings zur Wehr:
- "Frauen müssen dieselbe Leistung bringen wie jeder Mann, sonst brauchen sie sich nicht bei der Marine zu melden." [16]
- "GenderpolitikerInnen sitzen nicht nur in Daunenkissen in Kaffeeautomatenreichweite wie die adeligen Offiziere früher, sondern sie haben auch nie etwas anderes kennengelernt - anders als die adeligen Offiziere früher." [17]
Einzelnachweise
- ↑ Tödlicher Sturz: Staatsanwälte schließen die Akte "Gorch Fock", Focus 9. Juni 2011
- ↑ JF-Buchdienst: IfS-Studie: Die Frau als Soldat, Art.-Nr.: 91049
- ↑ Frank Jungbluth: Marine geht von Bord der "Gorch Fock", NWZ online am 20. November 2010
- ↑ Wikipedia: Unfälle auf der Gorch Fock
- ↑ Zu klein für die Takelage, Junge Freiheit am 22. Juli 2011
- ↑ Tod auf der "Gorch Fock": Marine-Magazin verunglimpft Frauen an Bord, Spiegel am 8. Juli 2011
- ↑ Marine-Zeitschrift verhöhnt tote "Gorch Fock"-Kadettin, BILD-Zeitung am 7. Juli 2011
- ↑ In der Ausgabe 7-8/2011 stellt Erik Lehnert unter dem Titel "Gleichstellung um jeden Preis?" ein Exposé einer Studie über den Einsatz von Frauen in Kampfeinheiten und die Schlussfolgerungen vor, die sich für die Bundeswehr/Gesellschaft daraus ergeben könnten. Auszug: WGvdL-Forum: Artikel von Erik Lehnert im Heft 7-8/2011, S. 29-31
- ↑ Obduktionsergebnis: "Gorch Fock"-Kadettin ist ertrunken von Jörg Diehl, In: Spiegel online am 16. September 2008, abgerufen am 19. September 2008
- ↑ FOCUS 16/2010, S. 51
- ↑ Deutschland: Niemand hat die Reißleine gezogen, Junge Freiheit am 26. November 2011
- ↑ Tödlicher Unfall: Soldatin stürzt auf „Gorch Fock“ aus der Takelage, In: Spiegel online am 8. November 2010, abgerufen am 8. November 2010
- ↑ Unfall auf der GORCH FOCK, Presse- und Informationszentrum Marine, auf www.marine.de am 8. November 2010.
- ↑ Zu klein für die Takelage, Junge Freiheit am 22. Juli 2011
- ↑ "Gorch Fock": Niemand reißt sich um den Kapitänsjob, 9. Juli 2011
- ↑ Gorch Fock in der Kritik: "Wir sind nicht das Müttergenesungswerk", Stern am 26. Janar 2011
- ↑ WGvdL-Forum: Nihilator am 7. Februar 2011
Weblinks
- 8. Rang ergab am 30.11.2011 die Google-Suche nach "Frauen auf der Gorch Fock" für diesen Artikel.
- Google: "Gorch Fock" "Jenny Böken", "Gorch Fock" "Sarah Seele", "Gorch Fock" "Norbert Schatz", "Gorch Fock" "Erik Lehnert"
- Kapitän Norbert Schatz
- Kapitän zur See Norbert Schatz
- "Gorch Fock" Härtere Konsequenzen für Kommandant Norbert Schatz?, Focus am 22. Juni 2011
- Affäre um "Gorch Fock": Kommandant Schatz soll nicht mehr ans Ruder, Spiegel am 22. Juni 2011
- Tödlicher Unfall: Bericht entlastet "Gorch Fock"-Kommandant, Die Zeit am 26. Februar 2011 (Der Untersuchungsbericht der Marine spricht offenbar den Kapitän der "Gorch Fock" von Fehlverhalten frei. Die Marine hofft nun auf die Rehabilitierung von Norbert Schatz.)
- Norbert Schatz: Kapitän der "Gorch Fock": Seemann der alten Schule, Süddeutsche Zeitung 21. Januar 2011
- Obermaat Sarah Lena Seele
- Tod auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock": Wie starben Sarah Seele und Jenny Böken?, SternTV am 26. Januar 2011, 23:15 Uhr
- Zu klein für die Takelage, Junge Freiheit am 22. Juli 2011
- Tödlicher Sturz: Staatsanwälte schließen die Akte "Gorch Fock", Focus 9. Juni 2011
- Kadett Jenny Böken
- Deutschland: Niemand hat die Reißleine gezogen, Junge Freiheit am 26. November 2011
- Todesfall auf der "Gorch Fock" 2008: Was geschah mit Jenny Böken?, Stern am 24. Januar 2011
- Segelschulschiff "Gorch Fock"
- Wikipedia: Gorch Fock (1958)
- Segelschulschiff Gorch Fock - Homepage der Bordkameradschaft
- Neueste Nachrichten von der 'Gorch Fock'
- Frauen auf der "Gorch Fock"
- Nach langer Suche: Segelschulschiff Gorch Fock hat neuen Kommandanten, Die Welt am 24. November 2011 (Der bisherige Kapitän Norbert Schatz war im Januar suspendiert worden, nachdem Berichte über Missstände auf der "Gorch Fock" bekannt geworden waren. Ein Untersuchungsbericht der Marinekommission hatte im Februar zwar kein eindeutig Schatz zugewiesenes Fehlverhalten festgestellt. Der Kapitän zur See wollte dann allerdings auf eigenen Wunsch hin nicht mehr auf den Posten zurückkehren, die er fünf Jahre lang bekleidet hatte.)
- Martin van Creveld: Israelischer Militärexperte: Probleme auf der Gorch Fock waren absehbar, Junge Freiheit am 26. Januar 2011
- Affäre um Gorch-Fock: Der offene Brief der Schiffsbesatzung, Süddeutsche Zeitung am 29. Januar 2011
-
Gorch Fock Besatzung wehrt sich - Heute Journal (ZDF) (29. Januar 2011)
- Ausbildung auf der "Gorch Fock": Sturm über dem Schinderschiff, FAZ am 20. Januar 2011
- "Gorch Fock": "Wir sind nicht das Müttergenesungswerk", Der Stern am 26. Januar 2011 (Ein Ausbilder auf der Gorch Fock widerspricht.)
- Frauen entern die "Gorch Fock", Land und Leute (NDR) am 8. September 2010
- Tod auf der "Gorch Fock": Marine-Magazin verunglimpft Frauen an Bord, Spiegel am 8. Juli 2011
- marine-mannschaften.de: Umfrage: Ist diese Entscheidung gerechtfertigt?, 23. Januar 2011
- Wiedereinsetzung vom “Gorch Fock”-Kapitän Norbert Schatz so schnell wie möglich, Flensburg Online am 15. März 2011 (Die CDU setzt sich dafür ein, “Gorch-Fock”-Kapitän Norbert Schatz so schnell wie möglich zu rehabilitieren.)
- Frauen in der Marine - Lob
- Gorch Fock: Frauen hart am Wind, Phönix Dokumentation 2010
-
"Gorch Fock - Frauen hart am Wind", Teil 1, 2, 3, 4, 5, 6 (Ein Job für "ganze Kerle" und "starke Frauen"?)
- Eine der ersten Frauen auf der "Gorch Fock", Mona Lisa (ZDF) am 30. Januar 2011
- Frauen in der Marine - Kritik
- Erik Lehnert: Deutschland: "Im Krieg gibt es keinen zweiten Platz", Junge Freiheit am 10. Juli 2011
- Erik Lehnert: Gleichstellung um jeden Preis? Einsatz von Frauen in Kampfeinheiten., Zeitschrift Marineforum 7/8 2011
- Ist dieser Gorch Fock-Artikel wirklich "sexistisch"?, PI-News am 8. Juli 2011
- Martin Böcker: Geschlecht vor Leistung: Eine Studie des Instituts für Staatspolitik nimmt die Wehrtauglichkeit von Frauen unter die Lupe, Junge Freiheit am 11. März 2011
- Auszug: WGvdL-Forum: Artikel von Erik Lehnert im Marineforum, Heft 7-8/2011, S. 29-31
- Bundeswehr: Soldatinnen fallen leichter, Financial Times Deutschland am 7. Juli 2011 (Weibliche Bundeswehr-Angehörige sind viel zu lieb für den Job und schwächen damit die Schlagkraft der Truppe. So erklärt das Fachblatt "Marineforum" seinen Lesern den Tod von zwei Offiziersanwärterinnen auf der "Gorch Fock".)
- Feminismus und Menschenrechte: Frauen auf der Gorch Fock
- Besser Töten ohne Frauen, Telepolis am 12. Juli 2011


