Feminisierung

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Inhaltsverzeichnis

Feminisierung der Gesellschaft

Feminisierung (auch: Verweiblichung) bezeichnet zum einen, wenn Männer aus dem Alltag verdrängt werden; so z. B. wenn sie aus den Familien durch Scheidung ausgeschlossen werden, oder in vielen Berufen, speziell dem Lehrberuf, im Zuge der sogenannten Emanzipation durch Frauen ersetzt werden.

Feminisierung der Menschen

Feminisierung liegt aber auch vor, wenn Männer oder Jungen durch äußere Einflüsse auf eine Weise verändert werden (bezogen auf ihre Biologie und/oder ihr Verhalten), dass sie einem Idealbild ähnlicher werden, das traditionell eher mit Frauen in Verbindung gebracht wird. Dieses Phänomen kann allerorts und jederzeit auftreten, passiert aber gehäuft in der Gegenwart. Ein anderer Begriff ist Effemination, vom lateinischen effeminatus - verweichlicht, weibisch.

Biologische Feminisierung

Verschiedene Chemikalien, beispielsweise das weibliche Sexualhormon Östrogen (in der Antibabypille enthalten!), Quecksilber[1], das mittlerweile verbotene PCB[2] und Phthalate (Weichmacher in Kunststoffen) [3] stehen im Verdacht (oder wurden bereits nachgewiesen), bei Menschen und Tieren Unfruchtbarkeit, abnehmende Spermienqualität und Impotenz zu verursachen. Auch das gehäufte Auftreten von transsexuellen, homosexuellen oder weiblichen Nachkommen wird darauf zurückgeführt.

Dies gilt auch für Soja, das in vielerlei Form in der heutigen Ernährung verwendet wird (meist als Öl, aber auch als Sojamilch und Sojamilchpulver für Babys!), besonders in billigem Essen. Soja gehört zur Familie der Fabaceae, die sehr hohe Anteile an Phytinsäure, eine Form von Lektin (auch Phasin genannt) und andere Anti-Nährstoffe enthalten. Diese verhindern die Aufnahme von wichtigen Mineralien und Proteinen. Darüber hinaus enthält Soja auch hohe Anteile von Genistein und Daidzein, zwei Isoflavone, die dem Östrogen sehr ähnlich sind. Eine Ernährung von Babys mit hohem Anteil an Soja kann daher bei Jungen zu einer Verzögerung der körperlichen und geistigen Entwicklung und bei Mädchen zu einer beschleunigten geschlechtlichen Entwicklung beitragen.[4][5][6]

Während dem Zweiten Weltkrieg entstand auf alliierter Seite der Plan, Adolf Hitler Östrogene ins Essen zu mischen und ihn so zu feminisieren, damit sich seine Aggression verringern würde. [7]

Extremfall: David Reimer, der von John Money zwangsweise zum Mädchen umoperiert wurde.

Soziale Feminisierung

In der Vergangenheit als männlich (und positiv) betrachtete Eigenschaften (Mut, Kraft, Durchsetzungsvermögen, Schweigsamkeit, sexuelle Potenz) werden diskreditiert / negativ umgedeutet, soweit Männer sie haben (Mut wird stattdessen als selbstmörderischer Wahnsinn bezeichnet, Kraft als Brutalität, Durchsetzungsvermögen als Rücksichtslosigkeit, Schweigsamkeit als Verstocktheit, Gefühllosigkeit oder "Muffeln"), aber befürwortet, wenn Frauen sie haben (oder zumindest so tun, als ob) - eine Frau, die Sex mit vielen verschiedenen Partnern hat, ist nach dieser Interpretation keine Schlampe, sondern "lebt ihre Sexualität aus". Umgekehrt wird gefordert, dass Männer "ihre weibliche Seite entdecken"; so soll ein Mann z. B. weinen dürfen.

Extremfall: Die Vorfälle beim Berliner Verein "Dissens e.V."

Siehe auch:

Feminisierung des Aussehens

Speziell im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends wurde dies als neue Mode propagiert, auch als sogenannter "Protest gegen (traditionelle) Geschlechterrollen". Prominentestes Beispiel dafür: David Beckham, Vorreiter der "Metrosexuellen" - Männer (die nicht unbedingt schwul sein müssen), die sich schminken und enthaaren lassen (man vergleiche als Gegensatz dazu Sean Connery als James Bond, früher ein Schönheitsideal), oder noch extremer, Männer, die gerne Röcke tragen, wie die "herbivores" in Japan.[8][9][10][11] Dies kann bis zum kompletten Transvestismus gehen. Am weitesten verbreitet hat sich diese Mode in der Gothic-, Punk- und besonders der Emo-Subkultur. Extremstfall: Bill Kaulitz von der Band Tokio Hotel.

Historisch gesehen, ist dieses Phänomen nicht ganz neu.

  • In den USA des frühen 19. Jahrhunderts wurden kleine Jungen oft in Mädchenkleider gesteckt. (Bild)
  • Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert trugen adelige und gutbürgerliche Knaben bis zu ihrem 5. oder 6. Lebensjahr ein bodenlanges Kleid, ähnlich dem der Mädchen, mit einem Korsett darunter und einer Schürze darüber. Erst danach durften sie die "männlichen" Hosen tragen. Der Tag, an dem sie zum ersten Mal Hosen anzogen, wurde wie ein kleiner Feiertag zelebriert.
  • Auch Adlige im vor-revolutionären Frankreich trugen wie die Frauen Perücken, Samt und Seide und verwendeten genauso Schminke und Schönheitspflaster. Und obwohl der Adel ursprünglich die Kriegerkaste Westeuropas war, verbrachten sie nun ihre Zeit in Versailles mit Kunst - und Intrigen.
  • In der Spätzeit des klassischen Griechenland und Rom verbreiteten sich der Gebrauch von Parfüm, Schminke und das Tragen femininer Kleidung unter Männern. Dies wurde oft von Zeitgenossen als dekadent kritisiert.
  • Der Roman "Der Kleine Lord" (erschienen 1886) hatte eine regelrechte Mode von Kleidern mit Samt und Spitze und langen Locken für Jungen zur Folge (und eine entsprechende Gegenbewegung, als die Jungen, denen diese Mode von ihren Müttern aufgezwungen worden war, selber Väter wurden und sich erinnerten, wie sehr sie diese Mode gehasst hatten). (Bild von Kurt Tucholsky)
  • Viele Jungen bekamen (in der Regel von ihren Müttern oder anderen weiblichen Verwandten) Mädchenkleider angezogen, auch wenn dies nicht der Mode entsprach, z. B. weil sich die Mutter ein Mädchen gewünscht hatte. (Bekannte Beispiele: Ernest Hemingway, US-Präsident Franklin D. Roosevelt, Ed Wood)
  • Der Dichter Rainer Maria Rilke wurde von seiner Mutter in die Rolle seiner verstorbenen Schwester gedrängt. Bis zu seinem sechsten Lebensjahr fand sich Rilke so als Mädchen erzogen, frühe Fotografien zeigen ihn mit langem Haar, im Kleidchen.

Sexuelle Feminisierung

Dies liegt vor, wenn Männer beim Sex die aktive/dominante Rolle an eine Frau oder einen anderen Mann abgeben. Das kann freiwillig geschehen, oft liegt aber auch Zwang in der einen oder anderen Form vor, was bis hin zur Vergewaltigung gehen kann.

  • Vergleichsweise milde Form: Der Mann nimmt beim Sex die Position unter der Frau ein.
  • Der Mann übernimmt auch außerhalb vom Sex in der Beziehung die passive/submissive Rolle, im Gegensatz zu der traditionellen Einstellung. (Muss nicht, aber kann damit verbunden sein, dass ein Mann eine Beziehung mit einer älteren statt einer jüngeren Partnerin eingeht.)
  • Der Mann richtet sich beim Sex ganz nach den Wünschen der Frau und äußert keine eigenen.
  • Der Mann übernimmt beim Sex den passiven Part. (Siehe auch: Feminisierung (BDSM) / Genderplay auf Wikipedia)
  • Extremfall: Femdom

Feminisierung in den Medien

  • Verherrlichung von Frauen, die Männer sadistisch "behandeln", z. B. in den Liedern "Küss mich schwarze Witwe" (Eisbrecher, Gothic-Band), "Du bist meine Domina" (Hannen Alks, Punk-Band), "Ich bin gemein" (WIZO, Punk-Band)
  • Verwendung von feminisierten Charakteren (Transvestiten, Transsexuelle, Androgyne), z. B. in dem chinesischen Film "Lebewohl, meine Konkubine"
  • Darstellung von Geschlechterwechsel (deutlich häufiger von männlich zu weiblich als umgekehrt) in Anime/Manga (z. B. "Ranma 1/2"), Webcomics und Fanfiction. Extremfall: Die so genannten Mpreg, bei der Männer schwanger werden (eine verbreitete Wunschfantasie von Feministinnen). Auch in Franziska Beckers Cartoons in der EMMA ist dieses Thema sehr beliebt ("Was wäre, wenn die Rollen für Männer und Frauen vertauscht wären?")
  • Im Zuge der "Aufweichung der Geschlechterrollen": Die Verwendung von überstarken Frauenfiguren, die "in traditionelle Männerdomänen einbrechen" (Actionheld, Anführerfigur). Problematisch dabei ist, dass diese aber noch unrealistischer sind als z. B. männliche Actionhelden, was es schwierig macht, sich mit ihnen zu identifizieren - außer für Männer mit Unterwerfungsfantasien. Bekannte Beispiele wären:

Feminisierung der Sprache

  • Bekanntestes Beispiel ist das Binnen-I.
  • Die Feministin Luise F. Pusch forderte eine noch radikalere Feminisierung ("Bundeskanzlerin Helmut Kohl")
  • 1994 versuchte es ein FDP-Ratsherr in Buchholz in der Nordheide: "Die Ratsfrau" Jürgen Kemp ließ alle amtlichen Schriftstücke in weiblicher Form abfassen. Da wurde die Frage gestellt, "ob die geschätzten Kommunalpolitikerinnen in Buchholz noch alle Tassen im Schrank - pardon, alle Tässinnen in der Schränkin haben." So wurde nach der nächsten Wahl die Reform getilgt.
  • Gerda Rechenberg forderte, Frauen sollten statt mit "Frau" oder "Fräulein" grundsätzlich mit "Dame" angeredet werden[12], "da Herr Meier auch nicht als 'Mann' oder 'Männlein' Meier angeredet wird", obwohl dies sprachlich falsch ist. Schließlich werden Frauen auch nicht als "Weib" oder "Weiblein" Rechenberg angeredet.
  • Bibel gegendert

Einzelnachweise

  1. Mercury 'turns' wetland birds such as ibises homosexual, BBC Earth News, 1. Dezember 2010
  2. Why boys are turning into girls, Daily Telegraph am 23. Oktober 2009
  3. The Chemical Sterilization of the Western Man, "The Spearhead" vom 4. Juni 2010
  4. Children of the Soy, "The Spearhead" am 17. Dezember 2011
  5. Soja = Sondergiftmüll, mmnews vom 28. Januar 2012
  6. Soy's negative effects, Men's Health (englisch)
  7. Geheime Pläne der Alliierten: Vom Führer zum Fräulein - Östrogen für Hitler, Süddeutsche Zeitung vom 16. August 2011
  8. Japan's Generation XX, The Independent vom 13. Juni 2009
  9. Japan's 'herbivore men' - less interested in sex, money, CNN vom 8. Juni 2009
  10. Japan's "herbivore" men shun corporate life, sex, Reuters.com vom 27. Juli 2009
  11. Girly men of Japan just want to have fun: 'Skirt boys' make waves in wild world of Tokyo street fashion
  12. Streit um die Anrede: Unsere Liebe Dame, Die Zeit 13/1980

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