Volker Beck

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Volker Beck (* 12. Dezember 1960) ist ein bundesdeutscher Politiker der Partei Die Grünen.

Er ist schwul, was er bei allen möglichen Anlässen für politische Zwecke zu nutzen versucht. Sein Lebenspartner, der französische Diplom-Kaufmann und ehemalige Generaldirektor von Madaus France, Jacques Teyssier starb mit 53 Jahren, im Juli 2009, an Krebs.[1]

Inhaltsverzeichnis

Wirken

Ein Twitterer kritisiert Volker Beck
Volker Beck pöbelt in Kleinschreibung

Anfang der 1980er Jahre engagierte sich Volker Beck in der Friedensbewegung, 1985 trat er den Grünen bei, für deren Bundestagsfraktion er 1987-1990 als Schwulenreferent arbeitete. Seine Homosexualität hat er nie verborgen und setzte sich früh für die gesellschaftliche Akzeptanz und rechtliche Gleichstellung von schwulen und lesbischen Paaren mit heterosexuellen Paaren ein. Vom "Bundesverband Homosexualität" wechselte er 1990 zum bürgerrechtlich orientierten Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), dessen Sprecher er 1991-2004 war. Er ist außerdem Mitglied der Lobbygruppe "Humanistische Union".

Bundesarbeitsgemeinschaft der Schwulen und Päderasten (SCHWUP)

Die Gesetzentwürfe der ersten Grünen Bundestagsfraktion aus dem Jahr 1985 (Bundestagsdrucksache 10/2832 vom 4. Februar 1985), hatten zum Ziel, im Zuge der Entkriminalisierung von Homosexualität auch gleich den Schutz minderjähriger Jungen und Mädchen vor sexuellem Mißbrauch und homosexuellen Handlungen aufzuheben. Beck schrieb 1988 in dem Buch "Der pädosexuelle Komplex", "eine Entkriminalisierung" sei "dringend erforderlich".[2] Im gleichen Buch äußert er sich weiter "Als Etappenziel kann hier nur eine Versachlichung der Diskussion um das Problem der Pädosexualität vorgeschlagen werden. Als strafrechtliche Perspektive wäre hier z.B. eine Novellierung ins Auge zu fassen, die einerseits das jetzige "Schutzalter" von 14 Jahren zur Disposition stellt ..." (Zitatende) Aufschlußreich ist auch noch folgendes Zitat aus dem gleichen Machwerk: "Allein eine Mobilisierung der Schwulenbewegung für die rechtlich gesehen, im Gegensatz zur Pädosexualität völlig unproblematische Gleichstellung von Homo- und Heterosexualität, durch die Streichung des § 175 StGB und für die Rechte der Homosexuellen wird das Zementieren eines sexualrepressiven Klimas verhindern können - eine Voraussetzung, um eines Tages den Kampf für die zumindest teilweise Entkriminalisierung der Pädosexualität aufnehmen zu können." (Zitatende)[3]

Nebentätigkeiten

Nebentätigkeit mit Vergütungen:[4]

  • Hessischer Härtefonds für NS-Verfolgte, Wiesbaden, Beiratssprecher
  • Arbeitskreis der Opferhilfen in der Bundesrepublik Deutschland e.V., Berlin, Mitglied des Beirates
  • Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V., Berlin, Mitglied des Parlamentarischen Beirates
  • Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e.V. (IDA), Düsseldorf, Mitglied des Beirates
  • Leo Baeck Foundation, Potsdam, Mitglied des Stiftungsrates
  • Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln, Mitglied des Kuratoriums
  • Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", Berlin, Mitglied des Kuratoriums (Zug der Erinnerung)
  • Stiftung Holocaust-Mahnmal, Berlin, Mitglied des Kuratoriums
  • Stiftung Deutsches Holocaust-Museum, Berlin, Mitglied des Kuratoriums (Jüdisches Museum Berlin)
  • The American Jewish Committee, Berlin, Mitglied des Beirates
  • Mitglied im ZDF-Fernsehrat
  • Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes Dtl. (1991-2004)
  • Mitglied des Parteirats von Bündnis 90/Die Grünen
  • Mitglied im "steering committee" des International "Network of Lesbian and Gay Officials" (INLGO)
  • Mitglied der Aidshilfe Köln
  • Mitglied der Humanistischen Union und des Bundesverbandes Information und Beratung für "NS-Verfolgte"
  • Hirschfeld-Eddy-Stiftung Stiftung für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender, Mitglied des Kuratoriums

Positionen

  • Den Islam in Deutschland rechtlich anerkennen. Eine Vereinbarung zwischen Staat und Verbänden über die Errichtung einer repräsentativen Vertretung aller Muslime in Deutschland. "Die fehlende rechtliche Anerkennung des Islam in Deutschland verletze die Religionsfreiheit der in Deutschland lebenden Muslime und ihren Anspruch auf Gleichberechtigung in der Religionsausübung".[5]
  • "Der deutschen Industrie mußten Beine gemacht werden, damit sie ihre Verantwortung für dieses Kapitel der deutschen Wirtschaftsgeschichte überhaupt annimmt. ... Da ist es nur fair und gerecht, denjenigen, die diese Gewinne erarbeitet haben, davon etwas zurückzugeben. ... Man muß der Industrie jede Mark aus der Nase ziehen." [6]
  • Nach Kritik an einem Gedenktag nur für deutsche Vertriebene, kann sich Beck einen [internationalen] Gedenktag vorstellen: "Es muß ein Tag sein, der allen Vertriebenen und Flüchtlingen gewidmet ist." Man müsse genauso an polnische Bürger erinnern, die aus der Ukraine und Weißrussland vertrieben worden seien, betonte Beck. Auch der heutigen Vertriebenen aus dem Sudan müsse gedacht werden. [7]

Auszeichnungen

  • 2002: Bundesverdienstkreuz am Bande
  • 2006: Tolerantia-Preis der polnischen Stiftung für Gleichberechtigung
  • 2006: Zivilcourage-Preis des Berliner Christopher Street Day (CSD)
  • 5. Juli 2008: Das "Schwule Netzwerk NRW" zeichnete Beck mit der "Kompassnadel" aus, die auch als "Schwuler Oskar" bezeichnet wird.

Einzelnachweise

  1. Grünen-Politiker Volker Beck - Sein Ehemann starb an Krebs, express.de am 26. Juli 2009
  2. Papst-Vertrauter Bertone weist auf Zusammenhang zwischen Homosexualität und Missbrauch hin, ef-magazin am 14. April 2010
  3. "Das Strafrecht ändern? Plädoyer für eine realistische Neuorientierung der Sexualpolitik.", Volker Beck, in: "Der pädosexuelle Komplex. Handbuch für Betroffene und ihre Gegner.", Foerster 1988, ISBN 3-922257-66-6, S. 268
  4. Deutscher Bundestag: Volker Becks Weltnetzseite, bundestag.de, 3. Juli 2009
  5. Islam in Deutschland rechtlich anerkennen, volkerbeck.de, 26. September 2006
  6. Jüdische Allgemeine am 9. Dezember 1999 (in Bezug auf das Erpressen von Geld für die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" von unbeteiligten Unternehmen)
  7. Frankfurter Rundschau, August 2010: Beck (Grüne) für Gedenktag für Vertriebene und Flüchtlinge

Weblinks

Persönliche Werkzeuge