Christl Ruth Vonholdt

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Christl Ruth Vonholdt (* 1954) ist eine deutsche Autorin, Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin[1] sowie Leiterin des Arbeitsbereichs Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG) der ökumenischen Kommunität Offensive Junger Christen (OJC). In der öffentlichen Diskussion steht sie besonders durch ihre Veröffentlichungen zur Homosexualität und Genderismus.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Vonholdt nahm am 18. Oktober 2004 auf Einladung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an einer öffentlichen Anhörung des Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages zum Gesetzentwurf zur Überarbeitung des Lebenspartnerschaftsgesetzes teil.[2][3] 2007 schrieb sie auf Anfrage der CDU eine Stellungnahme für den Rechtsausschuss des Hessischen Landtages zum Gesetzentwurf für ein Gesetz zur Anerkennung eingetragener Lebenspartnerschaften im Landesrecht.[4] 2006[5] und 2009 war sie Referentin beim Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge.

Positionen

Mann und Frau MITeinander

Theologisch bezeichnet Vonholdt erst die Einheit von Mann und Frau als vollständigen Menschen und die Ehe als Ikone Gottes. Sexualität sieht sie als körperverbundene Energie, die dazu bestimmt sei, zum anderen Geschlecht herüberzureichen. Geschlechtsverkehr unter Menschen des gleichen Geschlechts sei im Judentum und Christentum immer als Sünde abgelehnt worden, weil es das Ziel der Schöpfungsbestimmung des Menschen als Mann und Frau verfehle, als Abbild das Wesen Gottes widerzuspiegeln. Homosexuelle Partnerschaften würden im alten Testament deshalb abgelehnt, weil sie nicht „Abbild vom Urbild“ seien. Sie lehnt die Vorstellung, die Ursehnsucht allen Liebens sei die Sehnsucht nach dem eigenen Selbst[6], als "prohomosexuell" ab.[7] Die Bibel statuiere, das Ziel menschlicher Beziehungen sei das Hinüberreichen zum Du. Das Argument, dass Homosexualität natürlich sei und daher gottgewollt sein müsse, hält sie für einen gnostischen Irrweg der dem biblischen Glauben diametral entgegenstehe. Mit Rosenstock-Huessy ist sie der Auffassung, die Ehe sei nichts Natürliches, sondern der von Ursünde behafteten menschlichen Natur abgetrotzt. Geschlechtsverkehr zwischen Menschen des gleichen Geschlechts sei überall, wo es in der Bibel direkt erwähnt werde, negativ bewertet; die heidnische Umwelt der Autoren der Bibel habe jedoch, Vonholdt nach, die homosexuelle Erotik hochgehalten. Als Sünde sei solche Erotik eine Zielverfehlung und damit in letzter Konsequenz Selbstverletzung.[7]

Homosexualität

Theologisch lehnt Vonholdt praktizierte Homosexualität als sündhaft ab.[7][8] Psychologisch hält sie Homosexualität für ein Symptom einer tief liegenden Störung, die durch "frühkindlichen, tiefen emotionalen Verwundungen" verursacht wird, beispielsweise dem ungestillten Bedürfnis nach Liebe und Zuwendung durch den gleichgeschlechtlichen Elternteil.[9]

Das Argument, Homosexualität sei angeboren, ist ihrer Meinung nach nicht wissenschaftlich, sondern politisch motiviert.[10] Die Entscheidung der American Psychiatric Association von 1973, Homosexualität aus seiner Liste der psychischen Krankheiten zu streichen, sei ebenfalls eine politische und keine fachliche Entscheidung. Der Diagnoseschlüssel wurde damals auf Ichdystone Homosexualität eingeschränkt.

Homo-Ehe

Sie fordert politisch, auf jede Form gesetzlicher Regelung, die "homosexuelle Verhaltensweisen fördern könnte", insbesondere der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen zu verzichten. In solchen Regelungen sieht sie "eine Umdeutung der Ehe", die sich auf die nächste Generation "zerstörerisch" auswirken werde. Die Forderung nach gleichgeschlechtlichen Ehen greife "tief in die menschheitsgeschichtlich tradierte Vorstellung von Ehe und Familie ein." Durch Sexualität außerhalb der heterosexuellen Ehe werde "die Ehe weiter ausgehöhlt und entwertet." Die rechtliche Anerkennung homosexueller Paare würde "zahlreiche Jugendliche in ihrer Identität verwirren, sie dazu ermutigen, sexuell zu experimentieren und auszuprobieren, ob man nun homosexuell oder heterosexuell sei und eine heterosexuelle Identitätsfindung deutlich erschweren." Auf dem Spiel stehe "unsere Zivilisation."[11][12]

Kritik

Melanie Steffens und Christoph Wagner kritisieren, dass unter Vonholdts Leitung das DIJG die Forschungen zur sexuellen Orientierung verzerrt darstelle und Positionen vertrete, die nicht im Einklang mit nicht näher genannten berufsethischen Prinzipien von akademischen Heilberufen auf nationaler und internationaler Ebene stünden.[13] Studien, die zeigen sollen, dass homosexuelle Paare Kinder mit den gleichen guten Ergebnissen aufziehen können, wie heterosexuelle Paare unter den gleichen Bedingungen, bezeichnet sie als methodisch unzureichend.[11] Ihrer Interpretation dieser Studien nach, sei die Gewaltrate in homosexuellen Beziehungen mindestens doppelt so hoch wie die in heterosexuellen Beziehungen.[11][12]

Werke

Bücher

  • Christl Ruth Vonholdt: Rezidivhäufigkeit und Komplikationen nach operativer Therapie der primären Varikosis. Dissertation an der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover 1981
  • Christl Ruth Vonholdt (Ed.): Striving for Gender Identity: Homosexuals and Christian Counseling. A workbook for the Church. Selbstverlag, Reichelsheim 1996
  • Christl Ruth Vonholdt, Gerhard Besier und Hermann Klenk: Christliche Hoffnung, Weltoffenheit, Gemeinsames Leben. Gelbe Mammuts auf dem Berg. Festschrift für Horst-Klaus Hofmann, Brunnen-Verlag, Gießen 1998, ISBN 3-7655-6326-9
  • Christl Ruth Vonholdt, Andreas Laun, Norbert Geis et al. (Hrsg.): Homo-Ehe. Nein zum Ja-Wort aus christlicher Sicht. Bernardus-Verlag Langwaden, Grevenbroich 2001, ISBN 3-934551-34-3
  • Christl Ruth Vonholdt (Hrsg.): Verwundete Weiblichkeit: homosexuell empfindende Frauen verstehen. Brunnen-Verlag, Gießen 2005, ISBN 3-7655-1348-2

Artikel

Einzelnachweise

  1. idea:Fachärztin: Nichts ist stärker als Beziehung zur Mutter, AdventEcho online (Advent-Verlag Lüneburg), 29. Mai 2009 (Originallink zugangsbeschränkt).
  2. Öffentliche Anhörung: Entwurf eines Gesetzes zur Überarbeitung des Lebenspartnerschaftsrechts, 5. Februar 2010
  3. Stellungnahme für den Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages
  4. Stellungnahme für den Rechtsausschuss des Hessischen Landtags zum Gesetzentwurf für ein Gesetz zur Anerkennung eingetragener Lebenspartnerschaften im hessischen Landesrecht (Drucksache 16/7331)
  5. Akademie für Psychotherapie und Seelsorge: Programmheft, gesehen 11. Mai 2009
  6. B. Gissrau: Die Sehnsucht der Frau nach der Frau, Zürich 1993, S. 172
  7. 7,0 7,1 7,2 Christl Ruth Vonholdt: Eine Frage des Menschenbildes - Warum Homosexualität Sünde ist., in: Zeitzeichen 6 (2005), S. 33-34
  8. Christl Ruth Vonholdt, Andreas Laun, Norbert Geis et al. (Hrsg.): Homo-Ehe. Nein zum Ja-Wort aus christlicher Sicht. Bernardus-Verlag Langwaden, Grevenbroich 2001, ISBN 3-934551-34-3
  9. Christl Ruth Vonholdt, 2006: Für Freiheit und Selbstbestimmung. Bulletin 2/06 des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft (online).
  10. Homosexualität verstehen - Christl Ruth Vonholdt, Bulletin des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft, 2009
  11. 11,0 11,1 11,2 Rudolf Zewell: Interview mit Dr. Christl R. Vonholdt: Identität - Warum die Vorstellung von Mann und Frau infrage gestellt wird, Rheinischer Merkur Nr. 29, 15. Juli 2004 (Online-Version beim DIJG, oder als PDF.)
  12. 12,0 12,1 Homosexualität und die Irrwege der Kirche, Christl R. Vonholdt
  13. Melanie Caroline Steffens; Christoph Wagner: Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Bisexuellen., in: Andreas Beelmann: Diskriminierung und Toleranz: Psychologische Grundlagen und Anwendungsperspektiven. Wiesbaden: VS Verlag 2009, ISBN 3531157329, ISBN 9783531157320, S. 241 ff., 250 (online)

Weblinks

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Christl Ruth Vonholdt (30. Juni 2011) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Wikipedia-Artikel steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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