Gender Mainstreaming

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Unter dem Begriff Gender Mainstreaming haben PolitikerInnen ein ideologisches Umerziehungsprogramm für Männer und Frauen gestartet. Volker Zastrow nennt es in einem Artikel der FAZ Politische Geschlechtsumwandlung.[1] Offiziell ist meist von "Gleichstellungspolitik" die Rede. Dabei ersetzt Gender Mainstreaming laut Frauenministerium die herkömmlichen Frauenfördermaßnahmen nicht, sondern erweitert sie nur.[2]

Gender Mainstreaming - Der neue Mensch
"Gender Mainstreaming = Der dritte Versuch einer Massenkonditionierung nach Sozialismus und Kommunismus" [3]

Inhaltsverzeichnis

Der Begriff

Zitat: «Gleichberechtigung von Mann und Frau setzt voraus, dass es Mann und Frau gibt. Bei Gender Mainstreaming dagegen geht es darum: Mann und Frau sollen abgeschafft werden!» - Barbara Rosenkranz[4]

Es ist schwer bis unmöglich, den Begriff "gender" ins Deutsche zu übersetzen, weshalb in der Regel auch davon abgesehen wird. Ursprünglich aus der Sozialpsychologie stammend, um mit Transsexualität sprachlich besser umgehen zu können, soll mit "gender" das biologische Geschlecht (engl. sex) vom empfundenen abgegrenzt beschrieben werden. Vermutlich ist er vom us-amerikanischen Psychologen und Sexologen John Money 1955 geprägt und erstmals verwendet worden.[5]

Der Begriff wurde 1995 in der Abschlussresolution der 4. Pekinger Weltfrauenkonferenz, als Abkürzung für "mainstreaming a gender perspective" (Die Gender-Perspektive in die Mitte der Gesellschaft tragen[6]), offiziell eingeführt. Im Vorfeld der Konferenz hatte die IGLHR (International Gay and Lesbian Human Rights Commission), in der die Gender-Verfechterin Judith Butler Mitglied ist, erhebliche Lobby-Arbeit geleistet. Vielen nicht-feministischen Frauen-, Familien- und Lebensschutzgruppen wurde die Akkreditierung für die Konferenz sehr erschwert oder verweigert. Genderismus-Gegner wurden als Fundamentalisten beschimpft und diskreditiert. Die Tagung wurde verlängert, was viele Delegierte aus den ärmeren Ländern (die keine großen Genderisten waren) dazu zwang, abzureisen, da sie sich keine Neubuchung ihrer Flüge leisten konnten. Eine daraufhin gebildete so genannte Kontaktgruppe sollte in einem vierwöchigen Zeitraum zu einer einvernehmlichen Lösung kommen. In der Kontaktgruppe befanden sich vor allem die einflussreichen Vertreter der Gender-Perspektive, die Vertreter der Familienbefürworter waren deutlich unterlegen. "Die Vertreterin einer afrikanischen Regierung meinte, niemals zuvor sei so viel Druck auf sie ausgeübt worden wie in dieser Sache." [7]

Herkunft des Konzepts

Gender Mainstreaming hat einen ökonomischen Entstehungshintergrund und basiert auf einem in den 1980er Jahren in den USA entwickelten Konzept der Organisationsentwicklung namens "Managing Diversity "oder "multikulturelles Unternehmen". Dabei geht es primär um Wettbewerbsvorteile durch bessere Nutzung der "humanen Ressourcen" des Unternehmens. Von Demokratisierung des Betriebes, geschweige Geschlechterdemokratie war bei seinen Urhebern nie die Rede.

Die dem Konzept zugrundeliegende Überzeugung heißt: Eine ethnisch und geschlechtlich vielfältig zusammengesetzte Belegschaft kann ein wichtiger Wettbewerbsvorteil sein. "Managing Diversity" als komplexes personalpolitisches Maßnahmebündel der Unternehmensleitung proklamiert insofern Chancengleichheit aller Belegschaftsmitglieder - unabhängig vom Geschlecht oder ethnischen Zugehörigkeit - mit dem Ziel, betriebliche Bedingungen herzustellen, in denen alle Beschäftigten ihre Leistungsbereitschaft uneingeschränkt entwickeln (Krell 2000, 29) Es geht bei "Managing Diversity" (MD) um top-down Management, d. h. um ein neues Instrument der Personalführung, das die vorhandenen Human-Ressourcen besser für das Unternehmen/ die Verwaltung erschließen will. Entwicklungsbedarf wird nicht oder nicht in erster Linie mit Blick auf die weiblichen Beschäftigten gesehen, sondern angezielt wird prioritär ein Wandel der Organisationskultur. Die betriebliche Umgebung soll sich nicht (mehr) an den Interessen des weißen, Mittelstandsmannes ausrichten, sondern den Bedürfnissen aller Beschäftigten Rechnung tragen.[8]

Politische Umsetzung

1999 legte sich die EU auf diesen Ansatz fest, im Jahre 2000 folgte die damalige Deutsche Bundesregierung. Auf der Basis des Kabinettsbeschlusses (zur Einführung des Gender Mainstreaming als durchgängiges Leitprinzip vom 23. Juni 1999) hat sich die Bundesregierung verpflichtet, den Gender-Mainstreaming-Ansatz bei allen politischen, normgebenden und verwaltenden Maßnahmen zu berücksichtigen. Die Entschließung des Europäischen Parlaments zur sogenannten Homophobie in Europa vom 11. Januar 2006 schafft die politische Voraussetzung dafür, dass Menschen kriminalisiert werden, die der Überzeugung sind, dass Heterosexualität die Norm ist.

Die Berliner Humboldt-Universität war die erste deutsche Universität, die 1997 einen transdisziplinären Magister-Hauptfachstudiengang "Gender Studies" einrichtete, woraus das Gender-Kompetenz-Zentrum entstanden ist. Dieses wird vom Bundesministerium für alle außer Männer finanziert.

In Österreich erfolgte am 7. Juli 2000 ein Ministerratsbeschluss zur verpflichtenden Umsetzung der Gender Mainstreaming-Strategie und zur Einrichtung einer Interministeriellen Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming (IMAG GM), die dazu beitragen soll, die Gender Mainstreaming-Strategie auf Bundesebene zu implementieren.

Kosten

Die "Implementierung des Gender-Mainstreaming in den Strukturfonds-Programmplanungsdokumenten 2000-2006" lässt sich Deutschland einiges kosten:

1.099.335.311 € (in Worten: etwa 1,1 Milliarden Euro!)

Quelle: "Mitteilung der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen" vom 20.12.2002, Komm(2002) 748 (dort insb. ab Seite 17, "Ressourcenallokation für spezifische Maßnahmen zur Förderung der Geschlechtergleichstellung")[9]

Einzelnachweise

  1. Volker Zastrow: "Politische Geschlechtsumwandlung", FAZ am 19. Juni 2006, Nr. 139 / S. 8
  2. Beispielsweise Gleichstellungsministerium Schleswig-Holstein: Fragen und Antworten zu Gender Mainstreaming
  3. Motto des WGvdL-Forums
  4. Interview: "Das Ziel ist der 'neue Mensch'", Junge Welt am 28. Februar 2010 (Interview mit Barbara Rosenkranz)
  5. Michael Klonovsky: Ein Nagel im Sarg des westlichen Menschen, Focus, Heft 52/2010, S. 64-66
  6. Gender Mainstreaming auf deutsch: Die Gender-Perspektive in den Mainstream, d.h. in die Mitte der Gesellschaft, bringen. Der vollständige Satz lautet: "Governments and other actors should promote an active and visible policy of mainstreaming a gender perspective in all policies and programmes."
  7. Stephanie Korinek: Diplom-Arbeit "Gender Mainstreaming"
  8. Gender Mainstreaming - Neoliberale Horizonte eines neuen Gleichstellungs-Konzeptes - Susanne Schunter-Kleemann, in: Kurswechsel 3/2001, S. 2
  9. Implementierung des Gender-Mainstreaming in den Strukturfonds-Programmplanungsdokumenten 2000-2006

Siehe auch

Weblinks

Persönliche Werkzeuge