Kristina Schröder

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Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Kristina Schröder, geb. Köhler (* 3. August 1977 in Wiesbaden), ist eine deutsche Politikerin (CDU). Seit dem 30. November 2009 ist sie Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Mit der Berufung von ihr zur neuen Frauenministerin schien eine neue Generation angetreten zu sein. Sie war bei Amtsantritt 32 Jahre jung, in der Lage zu erklären was ein Browser ist[1] und nutzte Mikroblogging-Dienste wie Twitter genauso selbstverständlich wie die junge Generation, so auch in Diskussionen um politische Inhalte. Seit dem 12. Februar 2010 ist sie mit Dr. Ole Schröder, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, verheiratet. Bei der Heirat nahm sie den Nachnamen ihres Mannes an.[2]

Kristina Schröder hat bei der Vergabes des Schmähpreises "Sprachpanscher des Jahres" 2011, vergeben vom "Verein Deutsche Sprache", für den Begriff Equal-Pay-Day den zweiten Preis belegt.[3]

Inhaltsverzeichnis

Werke

Aussagen

Die neue Ministerin machte schon bald mit überraschend feminismuskritischen Aussagen aufmerksam.

  • In einem Interview wies sie darauf hin, "dass zumindest der frühe Feminismus teilweise übersehen hat, dass Partnerschaft und Kinder Glück spenden".
  • Bei ihrer Kritik machte sie auch vor der Ikone der deutschen Frauenbewegung, Alice Schwarzer, nicht Halt. Etliche ihrer Thesen seien zu radikal: "Zum Beispiel, dass der heterosexuelle Geschlechtsverkehr kaum möglich sei ohne die Unterwerfung der Frau. Da kann ich nur sagen: Sorry, das ist falsch."
  • Sie fügte hinzu: "Es ist absurd, wenn etwas, das für die Menschheit und deren Fortbestand grundlegend ist, per se als Unterwerfung definiert wird. Das würde bedeuten, dass die Gesellschaft ohne die Unterwerfung der Frau nicht fortbestehen könnte."
  • Es sei ein Fehler einer radikalen Strömung der Frauenbewegung gewesen, Beziehungen zwischen Männer und Frauen abzulehnen, sagte Schröder weiter. "Dass Homosexualität die Lösung der Benachteiligung der Frau sein soll, fand ich nicht wirklich überzeugend."
  • Die Ministerin lehnt es ab, Frauen im Berufsleben durch staatliche Zwangsmaßnahmen wie Quoten zu fördern. Eine Quote sei auch immer "eine Kapitulation der Politik".
  • Gleichzeitig wies sie den Frauen eine Mitschuld daran zu, dass sie oft weniger verdienen als Männer. "Die Wahrheit sieht doch so aus: Viele Frauen studieren gern Germanistik und Geisteswissenschaften, Männer dagegen Elektrotechnik - und das hat eben auch Konsequenzen beim Gehalt. Wir können den Unternehmen nicht verbieten, Elektrotechniker besser zu bezahlen als Germanisten."
  • Sie kündigte an, dass ein Schwerpunkt ihrer Politik künftig die Förderung von Jungen sein wird, weil diese seit geraumer Zeit bei den schulischen Leistungen hinter den Mädchen zurückblieben.[7]

Alice Schwarzer und Politikerinnen von SPD, Grünen und Linken kritisierten sie dafür scharf; Silvana Koch-Mehrin vom Koalitionspartner FDP unterstützte Schröder dagegen.[8] Für ihre Aussagen erntete sie viel Zustimmung aus der Bevölkerung, wofür sie sich am 19. November 2010 öffentlich bedankte.[9]

Auf der anderen Seite macht sie feminismuskonforme Aussagen:

  • Frauen sind heute genauso gut, oftmals sogar besser ausgebildet als Männer. Dass Frauen im Schnitt trotzdem deutlich weniger verdienen als Männer - und zwar selbst bei gleicher Tätigkeit und Qualifikation - ist deshalb ein klarer Indikator fehlender Chancengerechtigkeit.[10]

Ein Vorschlag zur Vereinbarung von Familie und Beruf:

"Eine 30-Stunden-Arbeitswoche könnte für beide Partner nahezu ideal sein. 40 Stunden Arbeitszeit sind den meisten Eltern von kleinen Kindern zu viel, mit 20 Stunden katapultieren sie sich ins Karriere-Abseits. 30 Stunden würden den Bedürfnissen vieler Arbeitnehmer entgegenkommen und wären auch für Arbeitgeber attraktiv, weil sie damit gute Mitarbeiter halten können. Das ist auch für viele Männer interessanter."[11]

Damit griff die Familienministerin die Forderung Esther Vilars nach der 25-Stunden-Woche aus den 1970er Jahren auf. Ein Jahr später sagte sie:

"Es müsse auch möglich sein, mit einer 30-Stunden-Woche eine Führungsposition zu besetzen."[12]

Kristina Schröder hat ein Buch über Frauen in Deutschland geschrieben - sie klagt darin über starre Rollenbilder. Immer noch sängen die Feministinnen, "das wehleidige Lied weiblicher Diskriminierung", "blind" und "bräsig" sei der Feminismus geworden. Enttäuscht sei sie von Feministinnen, schreibt Schröder:

"Ausgerechnet sie, die immer Emanzipation und Selbstbestimmung der Frau gepredigt haben, pflegten vielfach ein Weltbild, in dem Frauen vor allem als Opfer von Rollenfallen und Männerbünden, als diskriminiertes und benachteiligtes Geschlecht vorkommen."[4]

Zitate

  • "Ich habe eine Allergie gegen den staatlichen Versuch, Menschen umzuerziehen. Diese typische Geisteshaltung vieler selbst ernannter Linker hat mich schon als Zehnjährige genervt. [...] Ich lehne diese sozialistischen Bevormundungen ab." [13]
  • Der Anspruch zeitgemäßer Gleichstellungspolitik ist es, "Frauen und Männern Gestaltungsfreiheit über ihren eigenen Lebensentwurf zu geben". [14]
Zitat: «Die Ministerin ist schon mehrfach durch Unkenntnis feministischer Theorien aufgefallen; ihr Buch ist eine intellektuelle Bankrotterklärung, die in der Anschuldigung gipfelt, der Feminismus dominiere wie eine Quasi-Religion die Debatte über die Gleichstellung der Geschlechter und blockiere somit den Fortschritt.» - Tina Groll[15]

Einzelnachweise

  1. Was ist ein Browser?, Zypries (Länge: 2:24 Min.) (Kinderreporter entlarven die (fehlende) Internet-Kompetenz der Politiker)
  2. Familienministerin Köhler heißt jetzt Schröder, Spiegel Online am 12. Februar 2010
  3. Schmähpreis: Telekom-Chef Obermann ist Sprachpanscher des Jahres, Spiegel Online am 26. August 2011
  4. 4,0 4,1 Buch der Familienministerin: Kristina Schröder kapituliert vor der Frauenfrage, Spiegel am 16. April 2012
  5. Scharfe Kritik in offenem Brief: Schröder-Gegner starten Internetkampagne, Spiegel am 19. April 2012
  6. Kapitelüberschriften: "Die Welt hat sich geändert - das feministische Weltbild nicht", "Der feministische Selbstwiderspruch: Emanzipation predigen, aber Bevormundung ausüben", "Der feministische Beißreflex: Feindbild Mann", "Gläserne Wände: Die einschränkende Wirkung feministischer Rollenleitbilder".
  7. Frauenbewegung: Ministerin Schröder rechnet mit Feminismus ab, Spiegel am 6. November 2010
  8. Umstrittene Frauenministerin: Politikerinnen ziehen in Emanzipationskampf gegen Schröder, Spiegel am 9. November 2010
  9. Vielen Dank für Ihre Zustimmung!, 19. November 2010
  10. Mein Equal Pay Day
  11. Elternzeit: "Die Familie wandelt sich", Focus am 25. Mai 2010
  12. Familienfreundliche Arbeitszeit: Ministerin Schröder fordert 30-Stunden-Woche, Focus am 17. April 2011
  13. Kristina Schröder im Interview mit "Die Zeit", 25. Februar 2011
  14. Gastbeitrag: Abschied vom Kampf der Geschlechter, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am 10. April 2011
  15. Schröder schreibt ihre eigene Bankrotterklärung: Irrwitzige Antworten auf drängende Fragen, Die Zeit am 18. April 2012

Weblinks

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