männer.ch
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männer.ch wurde am 28. Juni 2005 als Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen gegründet und versteht sich als Männerlobby. Nach Eigenangaben vertritt männer.ch im Oktober 2010 die Interessen von rund 3'000 Männern und Frauen in über 20 Institutionen, letztere als Kollektivmitglieder angeschlossen.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Organisation
Der Verband (Verein nach ZGB) mit Sitz in Bern und Geschäftsstelle in Luzern ist hauptsächlich in der deutschsprachigen Schweiz verankert. Der Präsident ist Markus Theunert.
Das politische Selbstverständnis fasst der Verband so zusammen:
- "Das einseitig traditionelle, von männlichen Rollenkorsetten geprägte System, ist nicht nur frauen-, kinder- und lebensfeindlich - es ist in vielem auch männerfeindlich. Es wertet Männer wie Frauen ab, die sich für Gleichwertigkeit einsetzen. männer.ch setzt sich deshalb für gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Strukturen ein, in denen einseitig traditionelle Männlichkeit überwunden und Männer auf der Suche nach neuen, lebensfördernden Männerbildern unterstützt werden. Damit gewinnen Männer, Frauen und Kinder." [2]
Aktivitäten
Im Jahre 2007 veranstaltete männer.ch den Schweizer Vätertag.[3][4] Gemeinsam mit anderen Eltern-, Kinder- und Jugendorganisationen setzt sich männer.ch überdies für die Einführung einer arbeitsgesetzlich normierten Väterzeit ein.[5] Am 25. Juni 2011 hielt Markus Theunert einen Vortrag auf dem 2. Internationalen Antifeminismus-Treffen.[6]
Markus Theunert
Markus Theunert ist Präsident von männer.ch, dem Dachverband Schweizer Männer‐ und Väterorganisationen (maenner.ch), Gründer der Schweizer Männerzeitung (maennerzeitung.ch), Mitinitiant des Schweizer Vätertags (vaetertag.ch) und Mitglied in der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen (frauenkommission.ch).
Während Antifeministen jede Art von Geschlechterpolitik (sowohl für Frauen UND für Männer) klar ablehnen, da in ihr Einseitigkeit und ideologische Empfänglichkeit vorprogrammiert sind, sieht Theunert das Heil aller Männerprobleme in der Etablierung einer Gleichstellungspolitik für Männer analog zum frauenbegünstigenden Staatsfeminismus. Gleich den Feministen glaubt Theunert an "Rollenzwänge", welche Männer und Frauen in festgefahrene Lebensmuster pressen würden, welche nur mit Geschlechterpolitik "überwunden" werden könnten.[7]
Markus Theunert wurde vom Kanton Zürich zum ersten männlichen Gleichstellungsbeauftragten der Schweiz bestellt.[8]
Helena Trachsel, Leiterin der Züricher Fachstelle für Gleichstellung von Mann und Frau, die nun auch Theunerts Chefin ist, sagte der Neuen Zürcher Zeitung, der 39-Jährige könne beispielsweise Jungen dabei unterstützen, in einen "Mädchenberuf" einzusteigen.[9]
Kommentar eines Männerrechtlers dazu:
- "Da hat er sicher alle Hände voll zu tun."[10]
Zitate
Zitat: «Der Antifeminismus ist eine Ideologie mit totalitären Zügen.», Markus Theunert [11]
Auf die Frage, warum die SVP René Kuhn, den Kopf der Antifeministen, aus der Partei ausschloss:
Zitat: «Auch die SVP braucht die Frauen und will sie nicht vergraulen. Und sie pusht junge Frauen, die dann doch nicht ganz auf einige Errungenschaften der Emanzipation verzichten möchten.»[12]
Kritik
Männerorganisationen wie maenner.ch und GeCoBi verlangen einen Teil der Gleichstellungsmittel des Staatsfeminismus, um damit sich selber und ihre staatliche "Männer-Gleichstellung" finanzieren zu können. Sie bejahen also eine umerzieherische Geschlechterpolitik und befinden sich deshalb mit dem institutionalisierten Feminismus in einem Abhängigkeitsverhältnis, da dieser als Kooperationspartner mit den nötigen Mitteln angesehen wird, mit dem man in den Dialog treten muss.
Das geht jedoch zu Lasten der Ernsthaftigkeit und der Glaubwürdigkeit eines Engagements für Männerrechte. Diese Abhängigkeit verhindert die entscheidende Erkentnis, dass der Feminismus das wahre Hindernis auf dem Weg zu Männerrechten und wahrer Gleichberechtigung ist und somit eine Überwindung desselben eine unumgängliche Station hin einem ehrlichen und wirksamen Engagement für Männer ist.[13]
männer.ch schreibt unter "Was wollen wir":
- Wir verweigern uns dabei dem einfacheren Weg, uns als "Emanzipationsverlierer" zu gebärden und die (durchaus bestehenden) Diskriminierungen von Männern ins Zentrum unserer Arbeit zu stellen. [...] Gleichzeitig halten wir es für nicht fruchtbar, diese Benachteiligungen gegeneinander aufzuwiegen und die Frage zu stellen, welchem Geschlecht es "schlechter geht". Anhand welchen Kriteriums soll man schon entscheiden können, ob es "besser" ist, 8 Prozent weniger zu verdienen oder 5 Jahre früher zu sterben ...? [14]
Es ist problematisch, die kürzere Lebenserwartung der Männer und die massiven gesetzlichen Diskriminierungen der Männer mit den schlichtweg erfundenen und erlogenen Frauenbenachteiligungen gleichzusetzen und dann beide in einem Atemzug als ähnlich belanglos außer Acht zu lassen. Das wirkt sehr nach einem Versuch, sich beim Staatsfeminismus anzubiedern. Dazu passt, dass sich männer.ch von IGAF und Männerpartei distanziert:
- "Die Männerpartei (www.maennerpartei.ch) und die IG Antifeminismus (www.igaf.ch) prangern primär die Benachteiligungen von Männern (z. B. im Bereich Scheidungsrecht) an. In ihrem Kampf gegen diese Diskriminierungen argumentieren sie mit dem Fokus auf Männerrechte, nicht auf dem Geschlechterdialog. Das hat dazu geführt, dass sich männer.ch von der IGAF distanziert hat." [14]
Und solche Organisationen wollen für euch Männer sprechen! Maenner.ch irrt auch gewaltig, wenn er den ernsthaften Widerstand gegen den Staatsfeminismus als einfacher darstellt, als die Kollaboration mit dem institutionalisierten Feminismus. Ist nicht gerade die Konformität der angenehmere Weg?[13]
- "Die Schweiz braucht weder feministische noch antifeministische Ideologie, sondern eine pragmatische Gleichstellungspolitik, welche Frauen und Männer als gleichwertige Akteure wahrnimmt und geschlechterdifferenzierte Massnahmen zur Realisierung echter Chancengleichheit ergreift." [11]
Mit folgenden Floskeln über Lohndiskriminierung und geringere Lebenserwartung der Männer:
- "Wie soll sich schon ermessen lassen, ob es «besser» ist, acht Prozent weniger zu verdienen oder fünf Jahre früher zu sterben?" [15]
mogelt sich Männer.ch schon seit jeher um die klare Beantwortung der unbequemen Frage nach ihrem fehlenden Engagement gegen echte Männerprobleme herum.
Antwort 1: "Gleichstellungspolitik ist doch genuin feministisch. Das eine könnte ohne das andere gar nicht existieren." [16]
Antwort 2: "Sackgasse? Seit über 10 Jahren sitzt Hr. Theunert nun mit den Feministen zusammen und diskutiert. Herausgekommen ist für Männer bisher absolut nichts. Und da beklagt er sich, daß sich eine antifeministische Vereinigung herausbildet, die nicht länger zusehen will?" [17]
Zitat: «Männer.ch lässt sich mit dem deutschen Bundesforum Männer vergleichen. Politisch eher links, gleichstellungsorientiert, thematisch breit, dafür weniger tief.» - Oliver Hunziker[18]
Kritik nach dem Vortrag Markus Theunerts auf dem 2. Internationalen Antifeminismus-Treffen.[19]
Einzelnachweise
- ↑ maenner.ch: Kurzportrait
- ↑ maenner.ch: Leitidee (broken) Webarchiv: Leitidee
- ↑ Vätertag
- ↑ Forderung nach Vaterschaftsurlaub wird lauter, SwissInfo (broken)
- ↑ Schweizer Vätertag am 17. Juni 2007: Unterlagen zur Medienkonferenz: Wert und Engagement der Väter steigern!
- ↑
Männerpolitik statt Antifeminismus. Eine Provokation. - Markus Theunert, 25. Juni 2011 (172 KB) - ↑ Die Söhne von Perseus: Theunert wird erster "Männerbeauftragter" im schweizerischen Staatsfeminismus - ein maskulistischer Kommentar, 18. März 2012
- ↑ Zürich hat den ersten Männerbeauftragten der Schweiz, Tagesanzeiger am 7. März 2012
- ↑ Wenn sich Männer für Männer stark machen: Kanton Zürich stellt Männerbeauftragten an, Neue Zürcher Zeitung am 7. März 2012; Schweiz: Geschenk zum Frauentag: Erster Männerbeauftragter, Die Welt am 8. März 2012
- ↑ WGvdL-Forum: Pünktlich zum Weltjammertag: Theunert hat's geschafft, Nihilator am 7. März 2012 - 21:34 Uhr
- ↑ 11,0 11,1 Im Geschlechterkampf führen Ideologien in die Sackgasse, Neue Zürcher Zeitung am 19. Juni 2011
- ↑ "Wenn Männer etwas fordern, heisst es gleich: Die jammern", Berner Zeitung am 13. September 2011 (Markus Theunert im Interview)
- ↑ 13,0 13,1 Oliver Hunziker: "Was wäre dem Antifeminismus entgegen zu halten?", Die Söhne von Perseus am 6. März 2011
- ↑ 14,0 14,1 männer.ch: Was wollen wir
- ↑ Andreas Borter: Statt Geschlechterkampf – ein Dialog auf Augenhöhe, 24. Oktober 2011
- ↑ WGvdL-Forum: jens_ am 6. August 2011 - 17:10 Uhr
- ↑ Im Geschlechterkampf führen Ideologien in die Sackgasse, Leserkommentar von Bruno Schmidt am 23. Juni 2011
- ↑ Oliver Hunziker: "Alle grossen Medien berichteten über unser Thema", Cuncti - Machbar am 24. April 2012
- ↑ WGvdL-Forum: Abt. Adabei: 2. Internationales IGAF-Treffen, Max am 26. Juni 2011 - 20:34 Uhr;
WGvdL-Forum: Abt. Adabei: 2. Internationales IGAF-Treffen, Max am 27. Juni 2011 - 11:05 Uhr
Weblinks
- Webpräsenz: maenner.ch
- Wikipedia führt einen Artikel über männer.ch
-
Berechtigte Fragen, untaugliche Antworten - Stellungnahme des Dachverbands Schweizer Männer- und Väterorganisationen zum 1. Internationalen "Antifeminismus-Treffen" vom 30. Oktober 2010, 29. September 2010 (60 KB)
- Die Söhne von Perseus: Maenner.ch: "Mit euch wollen wir nicht spielen!", 1. Oktober 2010
-
"Traditionelle Männlichkeit macht krank" - Landbote, 22. Oktober 2010
-
"Für mich ist eine Feministin keine Frau" - Landbote, 4. Dezember 2010 (Streitgespräch mit René Kuhn)
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Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel Männer.ch (17. März 2011) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Wikipedia-Artikel steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |
