Bundesforum Männer
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Das Bundesforum Männer (auch: Bundesforum Irgendwas) heißt offiziell "Bundesforum Männer - Interessenverband für Jungen, Väter und Männer e.V.".
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Gründung
Am 4. November 2010 hat sich in Berlin das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mitfinanzierte Netzwerkprojekt Bundesforum Männer gegründet. Der Verein versteht sich als bundesweite Interessenvertretung der gleichstellungspolitisch orientierten Organisationen der Männer-, Jungen- und Väterarbeit sowie der Forschung zu Jungen und Männern.
Zu den Gründungsmitgliedern gehören unter anderem der Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz, die Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland[1] und die Gemeinschaft Katholischer Männer Deutschlands.[2] Darüber hinaus zählen zahlreiche fachspezifische Einrichtungen wie das Väterexpertennetzwerk Deutschland, die Bundesarbeitsgemeinschaft für Jungenarbeit sowie Arbeitsgemeinschaften aus den Bereichen Männer und Gesundheit, Männer als Täter und Opfer von Gewalt oder Männer in Bildung und Erziehung zu den Mitgliedern.[3] Vorsitzender des Bundesforums Männer ist Martin Rosowski, Leiter der Männerarbeit in der EKD.[4]
Positionierung
Martin Rosowski gab dem EMMA-Magazin ein Interview, welches Lila Pudel als "an echter Gleichberechtigung interessierte Männer" bezeichnet und den feministischen Alleinvertretungsanspruch mit "wir Frauen" untermauert. Martin Rosowski distanziert sich seinerseits brav: "Sie brauchen sich ja nur unsere Plattform anzuschauen, um zu sehen, dass wir mit Organisationen wie MANNdat oder Agens nichts zu tun haben – auch wenn die gerade massenhaft (sic!) Mitgliedsanträge stellen."[5] Um Feminismuskritiker will er einen "Cordon Sanitaire" legen.[6] Die Männerrechtsgruppen sollen durch Veröffentlichungen, deren Anspruch auf Wissenschaftlichkeit allerdings keiner näheren Überprüfung standhält, ins rechte Lager gerückt werden, damit eine Diskussion auf Sachebene vermieden werden kann.[7][8]
Mitglied werden können nur Vereine und Institutionen, keine Einzelpersonen. Über die Aufnahme entscheidet das Bundesforum Männer. Mit dem Aufnahmeantrag muss eine (profeministische) Unterwerfungserklärung unterzeichnet werden.[9]
Kritik
Das "Bundesforum Männer" ist direkt dem Bundesfrauenministerium unterstellt.[10] Das ist die "verbeamtete Männerbewegung", die in staatlichem Auftrag Kräfte spalten, Männerthemen in die gewünschte Richtung lenken und bei Hofe die passenden Sätzlein sagen soll.[11]
- "Es ist genau wie vermutet ein Verein von Politikers Gnaden, der die agilen und argumentestarken Jungen- und Männervereine MANNdat und Agens draußenhalten soll. Eine reine Alibiveranstaltung damit Politiker sich damit brüsten können, doch auch Jungen und Männer zu berücksichtigen, weil man diesen Verein 'einbezogen' hätte. So macht man Politik."[12]
- "Zur Zeit ist das Bundesforum Männer für Agens e.V. kein diskursfähiger Partner, weil es durch seine Selbstbegrenzung auf feministische Korrektheit und die Ausgrenzung pluralistisch eingestellter Männer und Frauen eine demokratische Diskussion verhindert. Wir sehen in dieser Strategie einen Versuch, die in den letzten Jahren vielfach laut gewordenen Proteste zu beschwichtigen und ein krankes System lediglich in seinem Zustand zu stabilisieren, statt es zu heilen." - August 2010[13]
- "Unseren bislang unbestätigten Informationen zufolge, erhält das regierungsamtliche Bundesform Männer, das dem Bundesfrauenministerium zugeordnet ist, eine 6stellige Summe als staatliche Finanzierung. Wir konnten nicht feststellen, dass Gelder in dieser oder einer ähnlichen Höhe für irgendwelche konkreten Ativitäten mit öffentlichen Interesse fließen.
- Wir wollten unsere Eindrücke überprüfen und haben das Bundesforum Männer deshalb in einem Offenen Brief um Aufklärung gebeten.[14] Das Ergebnis: Das Bundesforum Männer möchte weder öffentlich Auskunft geben, mit wieviel Steuergeldern es tatsächlich staatlich finanziert wird, noch ist man dort in der Lage, konkret auf die Fragen interessierter Bürger einzugehen.[15] Unser Eindruck, dass es sich bei dem vermeintlichen Bundesforum Männer um ein reines Alibiprojekt für die Gleichstellungspolitik handelt, in dem Steuergelder in unbekannter Höhe spurlos(!) versickern, hat sich dadurch weiter verstärkt." - Januar 2012[16][17]
Peter B.:
- "Das Bundesforum Männer [...] spielt etwa die Rolle, welche die Blockflötenparteien in der DDR spielten. Was eine Männerrechtsbewegung nicht gebrauchen kann sind Opportunisten, welche sich dem Zeitgeist anpassen, weil ihnen der Mut zur Konfrontation fehlt. Die Männerrechtsbewegung ist eine außerparlamentarische Opposition, weil keine Partei von Bedeutung sich ihrer Anliegen annimmt.
- Das deutsche Bundesforum Männer ist der Versuch, die außerparlamentarische und sich radikalisierende Opposition zu kontrollieren und eine Vertretung von Männerinteressen, insbesondere die der Väter, vorzutäuschen." - Peter B.[18]
Das Bundesforum Männer hat bis zum heutigen Tage nichts erklärt, erreicht oder bewirkt in der Sache für weniger Väter- und Männerdiskriminierung. Familienpolitisch völlig desinteressiert, existieren keinerlei Standpunkte zu den brennenden Themen der Neuzeit. Auf Anfragen bezüglich der Gesetzgebung zum modernen Sorgerecht werden erst gar nicht geantwortet.[19] Derweil "freut" sich das Frauenministerium und gratuliert zum Einjährigen.[20]
- Stadtmensch-Chronicles
- "Das männlich-emanzipierte Kaffeekränzchen im Ministerium für alle außer Männer dient als Alibiveranstaltung zum Abnicken frauenzentrierter Dogmen."[21]
- Dag Schölper
- Das BuFoMä entwickelt sich "zu einer Nichtregierungsorganisation, die Sprachrohr in den politischen Raum hinein ist, und nun haben Regierung, Ministerium, Bundestag, Fraktion und Parteien endlich (sic!) einen institutionellen Ansprechpartner in Sachen Geschlechterpolitik, der die Perspektiven von Jungen, Männern und Vätern authentisch einbringen kann."[22]
Dag Schölper referiert breit die Bedingungen, die an eine Mitarbeit im BuFoMä geknüpft werden, beziehungsweise wen er alles ausgeschlossen wissen will: wer sich frauenfeindlich äußert, massiv Homosexualität abwertet, oder eine Vorrangstellung von Männern gegenüber Frauen und Kindern wieder beleben will. Es sollen nämlich "überkommene patriarchale Vorstellungen" überwunden werden, Homophobie bekämpft werden und so weiter.[23]
- Bluter
- "Die Fragen kamen so harmlos wie die Antworten, um den heißen Brei herum. Beim Thema 'Rechte Männerrechtler' wurde nicht nachgebohrt."[24]
- P
- "Es ist schon grandios, wie es der BuFoMä-Haufen in Person dieses restlos glattgeschliffenen Politologen schafft (der sich als Sprachrohr der Männer sehen will!), in über einer Stunde Interview eine inhaltliche komplette Nullaussage abzuliefern. Kein Wort zu dem seit Jahrzehnten drängenden Problem "Sorgerecht", das die Kleinigkeit von über 200000 Männer pro Jahr betrifft (= Geburtenzahl nichteheliche Kinder), nichts über die Lebenswirklichkeit von Jungen und Männern, nur das sattsam bekannte allgemeine Geschwallere allgemeinster Art.
- Sie wollen das Themenfeld mit einer bloßen Überschrift besetzen, um es damit kaltzustellen." - Zur Sendung im Väterradio[25]
- Beppo
- "Da wird einer für Unfähigkeit bezahlt und erhält vermutlich eine Prämie für Erfolglosigkeit."[26]
- Walter Hollstein
- zur Gefahr, dass die Diskurshoheit ist von der traditionell profeministischen Männerbewegung an die Antifeministen verlorenzugehen droht:
- "In Deutschland hat die Politik diese Gefahr erkannt und finanziert ein 'Bundesforum Männer', in dem die profeministischen Gruppierungen der beiden Kirchen, der Grünen und der SPD antifeministische Positionen bekämpfen, die längerfristig die etablierte Frauen- und Familienpolitik herausfordern könnten. Verdrängung wird aber auf Dauer nicht helfen, sondern nur die Akzeptanz, dass auch Männer Probleme haben und Benachteiligungen ausgesetzt sind."[27]
- Arne Hoffmann
- "Das Bundesforum Männer hätte durch jährliche staatliche Finanzierung in sechsstelliger Höhe ausreichend Finanzkraft, um die geschilderten Probleme anzusprechen, kann sich aber kaum dazu aufraffen, sich ähnlich engagiert um Männer zu kümmern, wie Agens und MANNdat dies tun."[28]
- Eugen Maus
- "Ich würde wirklich gerne mal wissen, welcher Junge, welcher Mann und welcher Vater sich von dieser Luftnummer von einem Interessenverband vertreten fühlt. Ich ahne es dumpf: Es sind vor allem die großen Verbände, die den Wegfall der Zwangsdienste kompensieren wollen, und außerdem die erwerbsorientierten profeministischen Männer, die ihre Brosamen von der Herrin Tisch ergattern wollen, die von Bargens mit ihren Umerziehungsseminaren, die Gesterkamps, Kempers, Rosenbrocks mit ihren freiberuflich-kleingewerblichen Anstrengungen, aus der Sache Honorare, Tantiemen, Aufwandsentschädigungen, Vergütungen usw. rauszuholen oder ihr 'google-ranking' aufzupolieren."[29]
Einzelnachweise
- ↑ Männerarbeit der EKD
- ↑ Gemeinschaft der Katholischen Männer Deutschlands (GKMD)
- ↑ Frauenministerium: "Bundesforum Männer": Interessenverband für Jungen, Männer und Väter gegründet, 5. November 2010
- ↑
"Offener Brief der Männerarbeit der EKD an Prof. Gerhard Amendt" - Martin Rosowski, 14. Oktober 2009 (3 Seiten),
"Offene Antwort Prof. Gerhard Amendts an die Männerarbeit der EKD" - Gerhard Amendt, 19. November 2009 (3 Seiten) - ↑ Die Lila Pudel - echt emanzipiert! Ein Interview mit Martin Rosowski vom "Bundesforum Männer", EMMA Winter 2011, S. 58
- ↑ Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung: Bündnisse statt Seilschaften – Ein Plädoyer für geschlechtergerechte Gleichstellungspolitik, Martin Rosowski am 9. November 2011
- ↑ Arne Hoffmann: Vorsitzender des Bundesforums Männer Gast auf AGENS-Diskussionsveranstaltung, 23. Mai 2011
- ↑ WikiMANNia: Antifeminismuskritik
- ↑ WGvdL-Forum: Bundesforum Fan am 29. März 2012 - 15:37 Uhr
- ↑ Arne Hoffmann: "Bundesforum Männer" sucht Geschäftsführer, 2. November 2010
- ↑ TrennungsFAQ-Forum: P am 10. November 2010, 16:08 Uhr
- ↑ TrennungsFAQ-Forum: P am 26. Februar 2012, 17:02 Uhr
- ↑ Agens e.V.: Statement zum "Netzwerkprojekt Bundesforum Männer", 4. August 2010
- ↑
Offener Brief an das Bundesforum Männer - Eckhard Kuhla, 18. Oktober 2011 (2 Seiten) - ↑
Ihr offener Brief an das Bundesforum Männer - Martin Rosowski, 7. November 2011 (1 Seiten) - ↑ Bundesforum Männer auf dem Prüfstand, 18. Januar 2012
- ↑
Entgegnung auf die Antwort - Eckhard Kuhla, 14. Januar 2012 (2 Seiten) - ↑ Kommentar von Peter B. am 3. Juni 2011 um 20:44 Uhr zum Artikel von Oliver Hunziker: Was wäre dem Antifeminismus entgegen zu halten? in der Männerzeitung
- ↑ Kommentar vom 25. Oktober 2011 um 13:15 Uhr, zu Agens: Offener Brief an das "Bundesforum für Männer", aktualisiert am 22. November 2011
- ↑ BMFSFJ: Bundesforum Männer feiert einjähriges Bestehen, 11. November 2011
- ↑ Wenn der Hinrich mit dem Heinrich ..., Stadtmensch-Chronicles am 5. Februar 2012
- ↑ Väterradio am 16. Februar 2012, 12:20 Min.
- ↑ Väterradio am 16. Februar 2012, 27:00-29:50 Min.
- ↑ TrennungsFAQ-Forum: Bluter am 27. Februar 2012, 11:21 Uhr
- ↑ TrennungsFAQ-Forum: P am 27. Februar 2012, 11:38 Uhr
- ↑ TrennungsFAQ-Forum: Beppo am 27. Februar 2012, 11:48 Uhr
- ↑ Walter Hollstein: Der Mann in der Schweiz – wer bestimmt, wie er ist und wie er sein soll?, Basler Zeitung am 5. November 2010; WGvdL-Forum: Kompletter Hohlstein-Artikel mit Zitierschwäche, Manifold am 6. November 2010
- ↑ Arne Hoffmann: Massenvergewaltigungen, Versklavung, Gendercide, Cuncti - Haltbar am 29. März 2012
- ↑ MANNdat-Forum: Bundesforum Männer, Eugen am 1. April 2012 - 21:00 Uhr
Siehe auch
Weblinks
- 2. Rang ergab am 3.3.2012 die Google-Suche nach "Bundesforum Männer" für diesen Artikel.
- Rang >100 ergab am 3.3.2012 die Google-Suche nach "Bundesforum Irgendwas" für diesen Artikel.
- Webpräsenz: bundesforum-maenner.de, Mitglieder
-
Männer und Väter in Bewegung: Versuch einer Differenzierung - Väterradio (16. Februar 2012)
- Gäste: Dag Schölper - Fachreferent im "Bundesforum Männer", Rüdiger Meyer-Spelbrink - Bundesgeschäftsführer im "Väteraufbruch für Kinder"
- Agens: Offener Brief an das "Bundesforum Männer", 22. Oktober 2011
- FemokratieBlog: Ehrenamtlicher Zwangsdienst für Männer? Zweifelhaftes Plädoyer des Vorsitzenden des "Bundesforum Männer", 8. Juli 2011
- Mädchenmannschaft: Applaus für das Bundesforum Männer, 10. November 2010
- Männerrat: Bundesforum Männer
