Familienoberhaupt

Aus WikiMANNia

Wechseln zu: Navigation, Suche

HauptseiteFamilie → Familienoberhaupt


Das Familienoberhaupt (auch: Haushaltsvorstand) ist der verantwortliche Repräsentant einer Familie.

Inhaltsverzeichnis

Familie und Haushalt

Bedeutung

Im Altertum und Mittelalter waren Familie und Staat getrennt. Der Staat ist menschheitsgeschichtlich eine junge Einrichtung, die sich aber mehr und mehr des Menschen in jeder Lebenslage bemächtigt hat. Das Haus war der Ort der Familie, die Hausgemeinschaft bestand aus dem Hausvorstand, dem Weib, die Kinder dazu Angestellte, Knechte und Mägde, im Altertum in begüterten Familien auch Sklaven.

Der pater familias hatte die Hausgewalt, die potestas. Es herrschte im Haus allerdings keine Rechtlosigkeit oder Willkür. Das Haus war ein Ort der Sittlichkeit, aber eben nicht der Gesetzlichkeit. Im Hause gab es keine Rechtsverhältnisse, sondern Familienverhältnisse. Diese waren in drei Ebenen strukturiert: Mann - Weib, Eltern - Kinder, Herr/Herrin - Knechte/Mägde. Häusliche Angelegenheiten, also die Familienverhältnisse, konnten nicht vor einem Gericht verhandelt werden. Die Hausgemeinschaft - und damit die Familie - war somit autonom und gerade dadurch Grundlage des Gemeinwesens, der Öffentlichen Ordnung. Nur der Hausvorstand (pater familias) war Mitglied bzw. Repräsentant der Hausgemeinschaft gegenüber der Öffentlichen Ordnung (res publica).

Die Einheit von Haus und Familie und die Trennung derselben vom Staat (Subsidiarität) hat sich lange gehalten. Hegel sieht in der Rechtsphilosophie (§§ 169 ff.) die Familie als (selbständige) Person, durch "den Mann als ihr Haupt vertreten" (§ 171), die der Staat größtmöglich gegen die Willkür der Auflösung schützen müsse (§ 163). Noch unter dem Grundgesetz gab es die väterliche Gewalt in der Familie, die an dem Gleichberechtigungsprinzip des Grundgesetzes (Art. 3 Abs. 2) gescheitert ist, in letzter Konsequenz erst 1961.

"Es kennzeichnet den totalen Staat, dass er die Menschen auch in den Familien reglementiert und das Familienprinzip zurückdrängt."

Damit hat der Gesetzgeber die Familie enthauptet und de facto handlungsunfähig gemacht. Das war der erste, zugleich aber auch entscheidende Schlag gegen die Familie. In diesem Sinne ist das "Gleichberechtigungsgesetz" verfassungswidrig, weil Art. 6 Abs. 1 GG den "besonderen Schutz der Familie durch die staatliche Gemeinschaft" verlangt.

Das Haus als Rechtsbegriff

Das Wort Haus, ursprünglich "Schutz" (wie Gehäuse), dann "Wohnstatt" (in hausen) ist schon in den Frühzeiten des Schrifttums auch als Rechtsbegriff üblich.

Das Hausrecht[1] ist ein weltweit übliches Konzept, dass die rechtliche Hoheitsgewalt (die Hausgewalt) über sein Eigentum und Besitz dem Hausherren zusteht, in Unterscheidung zum Kommunalrecht. Das Hausrecht umfasst die Hausgerichtsbarkeit und die Schirmgewalt (das Recht zur Verteidigung). Es ist schon im römischen Recht verankert und findet in der deutschsprachigen Rechtsauffassung auch im germanischen Recht Stütze.

  • Aus dem Hochmittelalter, als der Hausbegriff auf den Adel übergeht, erhält er sich als Hausgesetz, das sind Rechtsakte, die den Hausstand (die Familie, das Haus) und das nicht entlehnte territoriale Eigentum (die Hausmacht) betreffen.
  • Beim Übergang auf öffentliche Gebäude geht das Konzept auf die Hausordnung (Regelwerk, das Haus betreffend) über.
  • Der Hausfrieden (Unverletzlichkeit), ähnlich dem historischen Gartenfrieden als besonders schützenswertes Gut, heute ein Grundrecht. Der Hausfrieden wird heute massiv durch die staatliche Einmischung über Jugendamt und Familiengericht gestört und zerstört.
  • Die Hausruhe (Störungsfreiheit)
  • Das Recht auf Hausverbot (das Recht, "die Tür zu weisen")[2]

Abschaffung in Deutschland

Das Bundesverfassungsgericht (BVG) hat in Deutschland am 29. Juli 1959 per Urteil das Familienoberhaupt abgeschafft.[3] Die Abschaffung wurde damit begründet, es widerspräche dem Gedanken der Gleichberechtigung. Gleichzeitig wurde am Mutterschutz im Artikel 6 Absatz 4 GG festgehalten.

Familienmanagerin

Die Familienmanagerin - Peter Mersch (2006)

Um der Gleichberechtigung Genüge zu tun, hätte das Amt des Familienoberhaupts auch dem weiblichen Geschlecht geöffnet werden können. Dann hätte dem weiblichen Geschlecht allerdings Emanzipation und Verantwortung aufgetragen werden müssen.[4]

Tatsächlich wird für alleinerziehende Mütter hin und wieder der Begriff Familienmanagerin verwendet, was dieselbe Bedeutung wie Familienoberhaupt hat.

Männliche Familienoberhäupter entsprechen nicht mehr der politischen Korrektheit. Weibliche Familienoberhäupter sind aber als Beleg der "starken Frau" akzeptiert und willkommen:

  • Andrea Ypsilanti: Ich bin das Familienoberhaupt in der Wohngemeinschaft[5]
  • Frieda Friedrich feierte den 95. Geburtstag und ist noch immer das Familienoberhaupt[6]
  • Familienmanagerin: Mütter zwölf Stunden im Einsatz[7]

Rolle der Familienernährerin

Männer heiraten traditionell auch "nach unten" und ernähren das Eheweib. Frauen heiraten für gewöhnlich nur nach oben und nicht "nach unten", weil sie Probleme mit der Rolle als Familienernährerin haben.

Zitat: «"Ich wollte einfach immer Männer, die nett sind", erklärt Lisa, "ein Top-Manager mit einem Jahreseinkommen von 500.000 Euro war für mich nie interessant." Trotzdem beschwert sie sich. "Mein Partner kann mir kein Pferd kaufen und mich auch nicht ins Fünf-Sterne-Hotel einladen", sagt sie. "Das würde mir aber auch mal gefallen." Andreas und sie teilen sich zwar die Hypothek fürs Haus und alle Kosten für die Lebensmittel. "Aber jeden Urlaub, jede Opernkarte, jedes Möbelstück und alles, was wir uns leisten, zahle ich." (…) Bei ihr hat sich der Eindruck festgesetzt, dass sie in dieser Partnerschaft draufzahlt - vor allem mit ihrer Lebensenergie. Lisa möchte ein Buch schreiben, doch die finanzielle Decke für eine Auszeit im Job ist zu dünn. Mehr Zeit und weniger Stress - das kann sie sich nicht leisten. "Es ist einfach sehr, sehr anstrengend, als Selbstständige die volle Verantwortung für das Finanzielle zu tragen", sagt sie.»[8]

Die Widersprüchlichkeit feministischen Denkens schlägt voll durch. Einerseits sollen Frauen alles "genauso gut" wie Männer können, doch dann hapert es am Willen und an der praktischen Umsetzung. Und vor allem können Feministinnen den weiblichen Opferstatus nicht aufgeben:

  • Wenn ein Mann 60 Stunden pro Woche arbeitet, um sein Hausweib zu unterhalten, welche kocht und sauber macht, dann ist er ein faules Arschloch, welches seine Frau ausbeutet.
  • Wenn eine Frau 60 Stunden pro Woche arbeitet, um ihren Hausmann zu unterhalten, welcher kocht und sauber macht, dann ist er ein faules Arschloch, welches seine Frau ausbeutet.

Beate Kricheldorf bringt es auf den Punkt: Der wesentliche Unterschied zwischen Frauen und Männern liegt hier darin, dass Berufsarbeit für Frauen immer ein Spaß bleiben muss: eine Übergangsbeschäftigung bis zum Heiraten, eine Möglichkeit der Selbstverwirklichung oder ein Zusatzverdienst; jedenfalls eine Tätigkeit, die sie jederzeit wieder abbrechen können, wenn sie möchten. Zwar soll sich der Mann zur Hälfte an Hausarbeit und Kindererziehung beteiligen, aber die halbe Beteiligung an Existenzsicherung und öffentlicher/poltischer Arbeit soll für Frauen eben freiwillig bleiben, zu einer regelmäßigen Verpflichtung oder lebenslanger Verantwortung darf das für eine Frau nicht ausarten.[9] Die Hans-Böckler-Stiftung hat nicht sehr überraschend herausgefunden, dass Frauen überwiegend unfreiwillig Familienernährerinnen werden.[10]

  1. Viele Frauen werden unfreiwillig zu Familienernährerinnen
  2. Nicht nur hochqualifizierte Frauen werden zu Familienernährerinnen.
  3. Viele Familienernährerinnen verdienen keinen Familienlohn.
  4. In der Regel übernimmt der Partner nicht in Gänze die Hausarbeit.
  5. Für Familienernährerinnen gilt, was für viele Frauen hierzulande gilt: Unsichere und prekäre Jobs.[11]

Im dem Moment, wo aus Spaß Ernst und aus Selbstverwirklichung Pflicht zu werden droht, scheinen sich die ersten Frauen ein fürsorgliches Patriarchat zurückzuwünschen, anstatt selbst mit Berufstätigkeit den Familienunterhalt heranzuschaffen.[12]

Zitat: «Ich kenne Männer, die haben weniger verdient als die Frau und blieben Zuhause als das Kind kam und gingen in einem gewissen Alter des Kindes einen Halbtagsjob nach. Alle sind inzwischen geschieden!
Die Ehefrauen haben die Scheidung eingereicht, weil sie ihre Männer als arbeitsscheu betrachteten! Dies gestärkt von weiblichen Bekannten, die so gut wie alle auch nur Mütter waren und das gleiche machten wie diese Männer!»
[13]

Die Erwerbsquote der "Dax-Ehefrauen" liegt bei 36 Prozent und damit weit unter dem durchschnittlichen Anteil erwerbstätiger Frauen in Deutschland von knapp 60 Prozent. Dabei haben die Frauen der Manager im Schnitt eine bessere Ausbildung erhalten als der Bevölkerungsdurchschnitt. Unter ihnen finden sich viele Universitätsabsolventinnen.[14]

Zitate

Zitat: «Die Frauen wollen angeblich ihr eigenes Geld verdienen und das ist vom Ansatz her schon falsch. Frauen sollen nicht ihr eigenes Geld verdienen, sondern wie der Mann das Familieneinkommen erwirtschaften.», Leutnant Dino[15]

Einzelnachweise

  1. H. Beck, H. Steuer: Haus und Hof in ur- und frühgeschichtlicher Zeit. Göttingen, 1997.
  2. Wikipedia: Haus
  3. Gleichberechtigungsgesetz (GleichberG) 18.06.1957 (BGBl. I, 609); Familienrechtsänderungsgesetz vom 11.08.1961 (BGBl. I, 1221); BVerfGE 3, 225 (239 ff.); 10, 59 (72 ff.); BOEHMER, G.: Einführung in das Bürgerliche Recht, S. 131, 150 ff.; CAMPENHAUSEN, A. Frh. v.: VVDStRL 45 (1987), S. 13
  4. Emanzipation meint in seiner ursprünglichen Bedeutung "einen erwachsenen Sohn aus dem Haus des Vaters in die Eigenständigkeit zu entlassen"., nach: Wikipedia: Emanzipation
  5. Ypsilanti: Ich bin das Familienoberhaupt in der Wohngemeinschaft, Märkische Oderzeitung
  6. "Noch immer das Familienoberhaupt", Morgenweb
  7. Familienmanagerin: Mütter zwölf Stunden im Einsatz, Focus am 4. September 2006
  8. Frauen als Besserverdiener: "Ach könnte er mir doch ein Pferd kaufen", Der Spiegel am 12. Juli 2011
  9. Beate Kricheldorf: "Verantwortung - Nein danke! Weibliche Opferhaltung als Strategie und Taktik.", R.G.Fischer 1998, ISBN 3-89501-617-9, S. 20, 27
  10. Gender: Frauen sorgen fürs Geld - und die Familie, Böckler Impuls 11/2010
  11. DGB-Frauen: Arbeits- und Lebensbedingungen von Familienernährerinnen
  12. Familienernährerinnen, Antife am 17. März 2011
  13. WGvdL-Forum: Torsten am 7. Juni 2011
  14. Klassische Rollenverteilung: Ehefrauen deutscher Topmanager bleiben meist zu Hause, Morgenpost am 22. Mai 2011
  15. Leutnant Dino: Der Mann - das Familienoberhaupt, ein Vater und Führer, 1. Juni 2011

Weblinks

Partnerwahlverhalten und Lebenspläne von Frauen

Persönliche Werkzeuge
In anderen Sprachen